Qualitäts- oder Halbqualitätsjournalismus? Darf’s ein bisschen mehr sein?

Auf dem Podium der Hanns-Seidel-Stiftung: Journalisten.

Auf dem Podium der Hanns-Seidel-Stiftung: Journalisten.

Steckt jetzt eigentlich der Journalismus in der Krise? Was ist Qualitätsjournalismus? Wie kann man den Journalismus retten? Was für Tools braucht der Journalist 2020? Wie muss ein Verlag aufgestellt sein? Was für Ausspielwege müssen bedient werden? Ich bin ehrlich, ich kann dieses Geschwafel und diese Nabelschau nicht mehr ertragen. Und somit war ich, sollte ich nicht an der manchem Politiker eigenen Positionierung auf dem entgegengesetzten Standpunkt leiden, diese Woche wohl das letzte Mal auf einer Veranstaltung zum Journalismus. Dieses Mal in der Hanns-Seidel-Stiftung: Qualitätsjournalismus zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

(6:30 min/6,0 MB)

Vielleicht, und das nur als spezieller Nachtrag zum 1. Mai, vielleicht hat Qualitätsjournalismus aber auch mit Arbeit zu tun, die gerecht und anständig entlohnt gehört. Und mit der Fürsorgepflicht des Arbeit- oder Auftraggebers. Genug der wohlfeilen Reden und Worte: Geht’s raus und schreibt’s.

Hier geht es zum Bericht der Hanns-Seidel-Stiftung über die besuchte Veranstaltung.

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Konzertsaal München. Hinter den Bäumen.

Ein Rucksack, ein Hut.

Ein Rucksack, ein Hut.

Gut 30 Stunden hat mich die Entwicklung der letzten Slideshow gekostet. Einerseits darf unsereins ja in den Veranstaltungen rumsitzen, notieren, scripten. Andererseits spielt man zuhause dann die Dateien, Audio wie Bild, ins System ein. Und dann sitzt man noch da und überlegt, verwirft, nimmt neu auf, verwirft wieder und irgendwann sagt man mal: Jetzt langt’s. Sch***egal. So geh’ ich raus.
Und hinterher fällt mir ein, was ich besser hätte machen können.
Ich möchte Euch mal ein wenig an den Denkstrukturen teilhaben lassen, weil es auch den Zugang zur Slide erleichtert.

Warum hast Du keine Fotos in der Slide?
800_Podium-leerWelche Fotos hätte ich nehmen sollen? Politiker oder Beteiligte auf dem Podium oder am Rednerpult des Landtags? Ich finde, dass diese austauschbar sind. Nein, genau die Reduktion auf schwarz/weiß finde ich angemessen. In der Debatte um den Konzertsaal geht es letztlich auch so zu: Schwarz/weiß. Und daraus folgt die Reduktion auf schwarze Tafeln mit weißer Schrift. Zumal das nicht von den O-Tönen ablenkt, aber einen gewissen Witz zeitigt.

Wie hast Du Deine O-Töne ausgewählt?
Im Hinterkopf spukte wohl die ganze Zeit irgendein Format rum. Bis auf drei Takes, die ich Aufzeichnungen des Bayerischen Rundfunks entnahm, ist alles selber erlebt. Das sind der Seehofer am Anfang, der Marcon und die drei Akkorde am Schluss. Ich finde diese Diskussion um einen Konzertsaal in München absurd.
Dass wir einen neuen, zusätzlichen brauchen, ist unbestritten. Die Studie zur Zwillingslösung, die erst kommende Woche veröffentlicht werden wird, zeigt das. Deswegen habe ich aus den Diskussionsveranstaltungen das genommen, was mir für meine Slide am passendsten erschien.

Hast Du die O-Töne bearbeitet?
Ja. Manchmal, damit es zielführend ist, manchmal, damit die Absurdität der Diskussionen besser herausgestellt wird. Immerhin: Wir gackern hier um ein nicht gelegtes Ei.

Warum hast Du nicht einfach Statements der Politiker eingeholt?
2014-11-23 17.50.39Wollt Ihr das wirklich? Politiker in Stanzen? Das haben wir doch seitens des Seehoferschen Watschnbaumes (Spaenle) genug. Außerdem kommen genau dessen Stanzen in der Slide zur Geltung. Und am Ende wird eh alles anders. Wir kriegen den Konzertsaal. Da bin ich mir sicher. Der Aufruhr, den wir derzeit erleben, kommt vielleicht zehn Jahre zu spät, aber nicht zu spät. Und in Diskussionen entfalten Beteiligte erst so richtig das, was absurd ist.

Und dann sind da noch die Vielschichtigkeiten…
Viele.
Und die meisten sind nur für Kenner der Materie durchschaubar.
Viel wichtiger ist mir aber, dass ich an der Stelle DANKE sage. An die Kollegin des BR, die mir den Zugang zu vielen Veranstaltungen erst ermöglicht hat, an die Kolleginnen, Followerinnen (m/w), die das alles ausgehalten haben, auch wenn es manchmal gegen ihren Strich ging. Ich erlebe beim täglichen Mehrfach-Anschauen, ja, ich bin so wahnsinnig, immer wieder neue Schichten.
Dinge, die ich vielleicht aus einer Laune so „hinrotzte“, ergeben im Gesamtwerk einen Sinn und eine neue Dimension.

Wie finden es die Politiker?
800_Neptun_BrunnenHm. Zumindest der Sepp Dürr hats mehrfach favorisiert – auf Twitter. Michael Piazolo ist, glaub’ ich, auch ganz froh, gut weggekommen zu sein. Was ja nicht schwer ist. Ich gebe zu, dass ich ein wenig seiner feinsinnigen Art erlegen bin und nur bedaure, dass er nix zu sagen hat.
Claudia Stamm wird mich hassen, weil ich sie im Tritonus so schön verbaut habe. ;)
Tja. Der Kunstminister wird hoffentlich trennen können – von seinem Job als Schulminister.
Frau Landtagspräsidentin empfinde ich immer als freudig, besonders, wenn ich nicht über Verwandtschaftsaffären berichte, sie nimmt den Almfrieden sicher lockerer als ihr Pressesprecher.
Sonst sehe ich den Beschimpfungen der Politikerkaste gerne entgegen. Das vergeht. ;)
Mehr Sorgen macht mir ja der BR.

Der BR?
Bildschirmfoto 2015-04-26 um 15.02.50Ja. Pont oder der Maestro, die könnten sich auf den Schlips getreten fühlen. Nur gut, dass ich das Werk im Exposé schon zwei Medienschaffenden unserer Anstalt vorgelegt habe, die eine für, die andere gegen den Konzertsaal oder der Diskussion darob verdrossen.
Klar, dass ich keinen verletzen wollte. Persönlich hat in der Sache ja niemand Schaden zu nehmen. Die politische Dimension, das verkorkste Handeln, angefangen vom Landesvater bis runter zu den Chargen ist halt was anderes. Und so unsensibel, wie die Herren und Damen agieren, darf man ihnen auch mal mit dem Besen kommen. :)

Und Eure Fragen?
Immer her damit. Gerne als Mail, gerne als Kommentar.

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Konzertsaal München: Eine Burleske

Der Konzertsaal in und für München, nein, ganz Bayern, bewegt die Menschen in München, nein, in ganz Bayern, nein, in ganz Deutschland. Die Diskussionen der letzten Monate erschließen sich jedoch als Gesamtkunstwerk. Nicht der Konzertsaal, sondern die Diskussion darob ist Gegenstand.

Offenlegung:
Ich bin Konzertsaalbefürworter, aber mit Humor. Ich erhoffe mir diesen auch von den Akteuren der Burleske.

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Heinrichs Erzählungen: Straßenlaternen

Journalismus (Symbolbild)

Journalismus (Symbolbild)

Berühmte und wichtige Blogger sagen ja: Regelmäßig bloggen.
Sie mögen damit richtig liegen.
Über den Rhythmus streiten sie.
Und: Zugegeben. Ich würde auch gerne jeden Tag einen Blogost raushauen.
Und: Themen, die mir liegen, gäbe es ja genug.
Und: Dann ist es doch wieder die Zeit, die Dir fehlt.

Weil: Du musst Radio-Sendungen und Podcasts hören. Das dräut mir regelmäßig am Wochenende, wo die Woche schon voll war.
Manchmal wünsche ich mir die Tage meiner Kindheit zurück, in denen Papa sagte: Wenn die Straßenlaternen angehen, bist Du im Haus.
Und dann ist da doch wieder dieses „Journalismus“.

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Bundesregierung will VDS

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Klassik am Odeonsplatz – dieses Jahr u.a. mit Julia Fischer

Susanne Rohrer, Hans-Georg Küppers, Julia Fischer und Martin Wagner stellen Klassik am Odeonsplatz vor

Susanne Rohrer, Hans-Georg Küppers, Julia Fischer und Martin Wagner stellen Klassik am Odeonsplatz vor

Am 11. und 12. Juli ist es wieder soweit: eines der wundervollsten Open-Air-Konzerte klassischer Musik findet in München statt: Klassik am Odeonsplatz. Ursprünglich im Jahr 2000 durchgeführt als Millenniumskonzert zur deutsch-französischen Aussöhnung hat sich „Klassik am Odeonsplatz“ zu einem einzigartigen Event gemausert. Dieses Jahr gibt es die 15. Ausgabe, nur ein Konzert musste in all den Jahren wegen schlechten Wetters ausfallen. Die Landeshauptstadt München und der Bayerische Rundfunk präsentieren große Klassik zu moderaten Preisen.
Martin Wagner, der Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks stellt das Programm des Samstags vor: Diesen bestreitet das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks:

Hans-Georg Küppers, der Kulturreferent der Stadt München, der damit auch für die Münchner Philharmoniker zuständig ist, erläutert das Programm des Sonntags:

Karten gibt es von 19 bis 78 Euro bei München Ticket oder im Internet. Wer sich genauer einlesen will, kann das auf der Website der Veranstaltung tun.

Und was das Wetter angeht, wie eingangs schon erwähnt: Jahreszeitlich bedingt hat Klassik am Odeonsplatz auch beste meteorologische Voraussetzungen: Von 28 Veranstaltungstagen seit Gründung musste nur einmal ein Konzert (am 17.7.2010) wegen Unwetters abgesagt werden. Bei der Pressekonferenz haben sowohl Küppers als auch Wagner ihre Erfahrungen mit dem Wetter zum Besten gegeben:

Gottfried Zuleger gibt Einblicke in die Logistik.

Gottfried Zuleger gibt Einblicke in die Logistik.

Bayerischer Rundfunk und Fernsehen werden aufzeichnen beziehungsweise übertragen.
Nach den Erfahrungen des letzten Jahres lohnt es sich von daher auch, ruhig nebenher auf Twitter nach dem Hashtag #KaO15 (Klassik am Odensplatz 15) zu schauen, um ein paar Live-Eindrücke zu bekommen, wenn man nicht selbst vor Ort sein kann

Logistisch ist das Ganze eine Herausforderung, wie Gottfried Zuleger erzählt:

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Heinrichs Erzählungen: Hildegard Knef

800_MikroEs gibt viele Geschichten, die sich in bald 48 Jahren in meinem Leben angesammelt haben. Eigentlich könnte ich sie aufschreiben und wahnsinnig viel Kohle mit einem Buch scheffeln. Aber: Wäre das der „hrb“, den viele von Euch kennen?
Nein.
Deswegen probiere ich das mal mit dem Erzählen. Einfach, ungeschnitten, keine Studio-Atmosphäre. Keine nachträgliche Korrektur.
Nun gut, das müsst IHR aushalten. :)
Seid tapfer.
Und ich leake mal, dass die Geschichte das nicht hält, was sie vorgaukelt.
Aber Du, Du und Du findest meine Stimme schön. Zumindest die Radiostimme.


(6 MB / 6:51)

Ursächlich war das hier:

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Ich wünscht’ mir, ich wär beim Sicherheitsdienst

Zum Vorstoß des Bayerischen Staatsminster des Inneren, Joachim Herrmann, Berufsverbote für depressive Menschen zu verhängen, kommentiere ich:

Hätte man eigentlich mit der Vorratsdatenspeicherung Herrmann verhindern können, CSU?

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Zeitumstellung

(Ist der Beitrag wirklich um 02.30 Uhr online gegangen?)

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„- – -“

Edit:
Ich habe diesen Post des vergangenen Abends in mein Blog gestellt.
Ja, mich widert es an, wie die „Kollegen” – ja, es sind Kollegen! – sich auf die Umstände stürzen und jedes noch so kleine, ungesicherte Detail zu deuten versuchen.

Ja, ich fühle mich grade schwach.
Warum?
Ich war einst Moderator bei einem Augsburger Lokalsender.
Morgens um kurz vor 7 kam ich ins Studio und hörte über die Monitorboxen irgendetwas mit „Lady Di” „has been” „accident” – unser Mantelsender hatte seine Nachrichten auf Lady Di abgestellt. Sie war in der Nacht in einem Tunnel in Paris ums Leben gekommen. Und der Original-Ton der BBC ist mir heute noch im Ohr.
Wie damit umgehen?
Ich habe an dem Sonntag das Programm mehr oder minder eigenmächtig umgestellt, ruhige Musik gespielt.
Zu einer Sache sah ich mich nicht in der Lage: Hörer auf Sendung zu nehmen, die ihrer Trauer Ausdruck verleihen können und wollen. Und ich habe auch nicht aktiv dazu aufraffen können, Hörer aufzufordern, dass sie anrufen und ihre Empfindungen schildern. Ich habe es nicht fertig gebracht.
Irgendwann gegen 10 Uhr rief der Chef im Studio an und meinte, ich solle eben genau das machen. Call-In.
Und ich habe es nicht gemacht.
Nach dieser Sendung habe ich mich an einen Rechner gesetzt, kurz niedergeschrieben, dass ich es nicht kann, Hörer mit ihrem Leid auf Sendung zu nehmen, in Erinnerungen und seltsamen Empfindungen zu wühlen und die Menschen schildern zu lassen, was sie zum Tod von Lady Di empfinden. Und ich habe geschrieben, dass ich unmissverständlich und sofort kündige, meinen Studioschlüssel mit Tesa am Schreiben angeheftet.

Heute bin ich gottlob in der Situation, dass ich als Journalist nicht immer im Tagesgeschäft bin.
Hätte ich es sein müssen und ein Verantwortlicher verlangt, dass ich dumme Fragen wie diese hier stellen müsste:

… ich hätte vermutlich sofort wieder gekündigt.

Ich empfinde mit allen. Passagieren, Besatzung, Betreiber, nicht zuletzt mit dem Mann, der … und hier beginnt schon wieder die Spekulation.

Es macht mich unglaublich traurig, dass Quote und Klickzahlen bestimmen, was wir Journalisten publizieren (dürfen).

Herr im Himmel! Warum kann unsereins nicht einfach abwarten, was die Untersuchungen zu einem Unglücksfall ergeben?
Warum müssen wir sofort mit unseren Geräten draufhalten?
Was zählt Privatsphäre noch?

Sollte es so sein, dass der Co-Pilot beeinträchtigt war, dann kann das thematisiert werden, es muss auch thematisiert werden. Vielleicht in dem Sinne, dass wir alle überlegen, wie man vernünftige Standards verankern kann … obwohl … wer schaut schon in den Kopf eines Menschen?

Mein Mitgefühl allen, die dessen bedürfen.
Mein Mitgefühl aber auch den Kollegen, die auf Quote schielen.
Mein Mitgefühl uns allen, weil es eine Tragödie ist, an der ich mir grade überlege, ob ich noch Journalist sein will. Die Auswucherungen halten mich eher davon ab.

Die Konsequenz für mich: Egal, wie brennend ein Thema ist, ich werde nie eine clickbait-Überschrift generieren, lieber kryptisch bleiben und drauf vertrauen, dass der gesunde Menschenverstand …

andererseits …

Denn unangemessen und unsachlich wird auch an anderen Stellen berichtet.
Oder aber:
Wenn Religion schon nichts mehr zu zählen scheint, die vielen von uns Leitplanken gab, wie wäre es mit ein bisschen Ethik? Und wenn es nur Medienethik wäre?

Ich fühle mich schwach.

Guten Abend!

Nachtrag 27.03.2015, 05.35 Uhr: Bettina Schmieding im Deutschlandfunk.

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