Nockherberg 2015

Mein Fazit in 140 Zeichen und einem Bild des BR-Textes:
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Gute Bezüge zum Verhältnis Seehofer-Söder,

nette Bezüge zur Bundespolitik

… und der Konzertsaal war auch ein Thema – und nicht zum Schlechtesten.

Was mir erst beim Taggen auffiel: FDP und Freie Wähler gab es nicht.
Und es fiel mir erst beim Taggen auf. Ein Zeichen?!

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Sehr bezeichnend auch das Gesicht von Staatsministerin Beate Merk, als Mama Bavaria auf Christine Haderthauer zu sprechen kam:

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Weiterführende Links:
Die Rede der Mama Bavaria.

Das Singspiel 2015 in voller Länge.

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Don Camillo und die Erinnerung

„Es war eine liebe Zeit, die gute, alte Zeit vor anno 14. In Bayern gleich gar. Damals hat noch Seine Königliche Hoheit der Herr Prinzregent regiert, ein kunstsinniger Monarch, denn der König war schwermütig. Das Bier war noch dunkel, die Menschen war’n typisch, die Burschen schneidig, die Dirndl sittsam und die Honoratioren ein bisserl vornehm und ein bisserl leger. Es war halt noch vieles in Ordnung damals.“
(Text des Vorspanns des Königlich Bayerischen Amtsgerichtes)

Ganz so weit will ich heute in der Zeit nicht zurückgehen. Gestern abend wurde ich aber wieder mal an zwei sehr schöne und glückliche Jahre erinnert. Im NDR-Fernsehen lief „Don Camillo“.

Don Camillo und Peppone (Screenshot: NDR)

Don Camillo und Peppone (Screenshot: NDR)

Im Studienseminar St. Michael Traunstein hatten wir in den 70-er Jahren ein tolles Gemeinschaftsprogramm. Tagsüber. Ein Hallen- und ein Freibad, verschiedene Bolzplätze, Musikunterricht … dem Drang, etwas zu tun, waren fast keine Grenzen gesetzt. Unvergessen der Schulweg vom Chiemgau-Gymnasium heim auf den Berg, die Schnapsgurtl beim Bäcker und der Ärger … aber das ist eine andere Geschichte.
Der Speisesaal. Ich erinnere, dass wir in der 5. Klasse eine Nachtwanderung machten. Ein Klassenkamerad fing mit der Hand einen Fisch in der Traun. Unser Seminardirektor Engelbert Siebler (heute Weihbischof em.) nahm den Fisch aus und servierte ihn dem Klassenkameraden höchstpersönlich zubereitet zu Mittag.

Der Speisesaal. Ich erinnere, dass wir in der 5. Klasse eine Nachtwanderung machten. Ein Klassenkamerad fing mit der Hand einen Fisch in der Traun. Unser Seminardirektor Engelbert Siebler (heute Weihbischof em.) nahm den Fisch aus und servierte ihn dem Klassenkameraden höchstpersönlich zubereitet zu Mittag.

Lebhaft in der Erinnerung sind mir auch die Filmabende geblieben. Klar durften wir Dienstagabends (?) zu „Tom und Jerry“, „Schweinchen Dick” und anderen Comic-Strips eher vom Abendessen aufstehen, freitags (?) zu „Dick und Doof“ und „Väter der Klamotte“ (mit dem unvergessenen Hanns Dieter Hüsch als Sprecher). Aber da war noch mehr. Alle ein oder zwei Monate kam ein Filmvorführer vorbei. Wir Seminaristen sammelten uns im Musikzimmer und bekamen auf Leinwand Kunstwerke deutsches Filmschaffens vorgeführt.
Neben den unverwüstlichen Lausbubengeschichten, den Lümmeln von der letzten Bank, den Filmen mit Heintje und anderen Klassikern zählte dazu auch Don Camillo. Leider war die Internatszeit für mich nach zwei Jahren vorbei.

15 Meter Bus, damals mein Arbeitsplatz

15 Meter Bus, damals mein Arbeitsplatz

Blende
Jahre später war ich Busfahrer im Reiseverkehr. Aus tiefstem Herzen, das gebe ich an der Stelle gerne zu, habe ich die Schifahrten gehasst. Sei es Tagesfahrten nach Österreich oder auch Fahrten, die mich bis zum Kronplatz führten. Daneben gab es aber auch Fahrten, die mich kulturell „befriedigten“. Eine Woche Polen mit einer Pilgergruppe, Tagesfahrten, wie zum Beispiel nach Waldsassen, Mehrtagesfahrten in den Bayerischen Wald, nach Kulmbach, Bayreuth oder Amsterdam. Und diese Fahrt nach Südfrankreich.
Eine Woche in Allauch, einem Ort vor den Toren Marseilles, Ausflüge in die Altstadt von Marseille, nach Aix-en-Provence, in Weinbaugebiete, zu einem alten Kloster (davon wird noch zu berichten sein) und an die Côte Bleue.
Ferienhaus von FernandelMit meiner Reisegruppe aus einem Vorort Münchens durfte ich mit aufs Schifferl. Und das fast Schönste an dieser Fahrt war, dass der Touristen-Unterhalter eben erzählte, dass das gelbliche Haus auf nebenstehendem Bild das Ferienhaus des Schauspielers Fernandel war.

Und ja: Ich würde jederzeit wieder an die Côte Bleue fahren, bei meinigen damaligen Herbergseltern (Privatquartier!) übernachten. Und Marseille, die Gegend, die Kultur abseits von Reisestress erkunden.
Keine große Geschichte. Aber so schließen sich Kreise.

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Emsig buhlt das Eichhörnchen – der Piratige Aschermittwoch 2015

Pirat (Symbolbild)

Pirat (Symbolbild)

Zum zweiten Mal nach 2014 findet der Piratige Aschermittwoch in München statt. Und das ist fast schon der einzige Unterschied zu den etablierten Parteien, die sich in Niederbayern einfinden. Auch bei den Piraten wird der Beginn der Fastenzeit nicht so streng ausgelegt wie im Rest Deutschlands. Will sagen: Bayern tickt eben anders.
In ihrer Rede versuchte sich Nicole Britz in einem Rundumschlag gegen die bayerische Landespolitik. Hauptgegner auch hier, an dem es sich abzuarbeiten galt. Die CSU.
Zum Interview, das Doro Bär im Badeanzug gab, meinte Britz nicht ohne Selbstironie:

„Das eigentlich Bemerkenswerte an dem Artikel war, dass Frau Bär sich in Badebekleidung in einem Schwimmbecken aufhielt. Das nämliche Schwimmbecken befand sich in einem FKK-Bereich. Badebekleidung? In einem FKK-Bereich?
Ist das jetzt die neue Transparenzinitiative der CSU?
Und warum ein Interview in einem Wellnesstempel außerhalb der Komfortzone sein soll, versteht man vermutlich nur, wenn man in der CSU ist.
Oder dachte sich irgendwer, damit könnte man die alten Säcke in der CSU mal so richtig provozieren?
Logisch. Da werden bei den Herren ganz tiefe Gefühle wach. Ganz ganz tief.
Mensch, Leute, wenn eine Frau, die als die CSU-Prinzessin durchgeht, leicht bekleidet durch eine Badeanstalt höppelt. Das soll Provokation sein?
Leute, ernsthaft?
Jetzt stellt euch mal vor, der Seehofer liesse sich in der Badehose für ein Interview ablichten.
Schlagzeile „Mit allen Wassern gewaschen“?
Oder die Haderthauer.
Schlagzeile „Steht ihr das Wasser bis zum Hals“?
Wenn ich im Badeanzug ein Interview gebe, DAS ist PROVOKATION!“

Weitere Zielscheiben: Christine Haderthauer und – fast zu erraten – die Sprachregelung der CSU:

„Leider handelt es sich dabei nicht um eine geradezu modellhafte Annäherung ans Proletariat. Eine pikante Würzung erfährt diese traditionelle Kartoffelspezialität, wenn man dann liest, dass die Dame jüngst einen flotten Walzer aufs Parkett gelegt hat. Mit dem Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses. Also derjenige, der ihre Verfehlungen untersuchen soll. Der gute Mann ist CSU-Mitglied. Herrlich. In Bayern gibt es wirklich kein Problem mit der Arbeitslosigkeit. Sogar der Bock kann Gärtner werden.

Mal unter uns…
Der Ruf der Haderthauer ist derartig ruiniert, ich könnte sie mir glatt in der EU-Kommission vorstellen. Da ist schon die ein oder andere politische Wasserleiche gut aufgeräumt worden. Und ein weiteres Ding aus dem Sumpf bekommen die da locker noch unter.

Um von der Modellkarriere abzulenken, hat die CSU dann die eine aberwitzige Forderung aus dem Seppelhut gezaubert, Migranten sollen zu Hause bittschön Deutsch sprechen.
DEUTSCH!
Als ob die Bavarian Natives nicht selber Probleme hätten, sich außerhalb ihrer Parallelgesellschaft und ihrer Stammtische verständlich zu machen!
Ich habe ja hier in Bayern auch sowas wie Migrationshintergrund.
Muss ich jetzt zu Hause auch Bayerisch reden?

Also gut: „Oachkatzlschwoaf!““

Praktischerweise sollten, so Britz, CSU und SPD doch auch in Bayern eine Koalition der sozialen Kompetenz eingehen:

„Wofür steht nochmal das S in SPD?
Sozialabbau? Soziopathen? Schwachsinn? Schweinshaxn? Ach Unsinn, heut ist ja Aschermittwoch.

Und wofür steht das S in CSU?
Sozialabbau? Spezlwirtschaft? Spendenaffären?

Nachdem die große Koalition in Berlin schon so super funktioniert, könnten die sich ja auch in Bayern einfach zusammentun. Gemeinsam die Bürger verarschen kriegen sie hier sicher auch hin. In trauter Einigkeit.

Der neue Name:
C S P D U
Chauvinistische Sozialabbau Partei Demokratiereduzierender Umfaller.“

Auch die Grünen und die Netzpolitik (vor allem der CSU) bekamen ihr Fett weg:

„In den bayerischen Landschaften tummeln sich auch lustige Gnome. Und die haben eine eigene Partei – die Grünen.
Die fordern in Sachen Netzpolitik gerne lustige Sachen.
Zum Beispiel Schulungen „Selbstbestimmte Nutzung von Online-Inhalten von Frauen für Frauen!“
Ich war ja auch schon mal im Internet.
Und habe mir natürlich Gedanken gemacht. Äh …
Über selbstbestimmte Nutzung.
Wie muss ich mir fremdbestimmte Nutzung vorstellen?
„HEDWIG, DU GEHST JETZT SOFORT AUF DIE REZEPTESEITE UND KOCHST MIR WAS ANSTÄNDIGES!“
Wenn meine Partei zukünftig will, dass ich Mails beantworte, prangere ich dann einfach an, das sei keine selbstbestimmte Nutzung von dem Online-äh-Dings.

In Sachen Netzpolitik ist die CSU da schon weiter. Weiter abgedriftet.
Auf dem CSU Netzkongress ging es dann letztens auch nicht mehr um die gesellschaftlichen Auswirkungen des Internets, Netzneutralität oder Überwachung. Sondern ausschließlich um die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Netzes oder Wunderdinge wie selbstfahrende Autos.
Daran merkt man dann auch, dass das Duo Dobrindt und Bär inzwischen schöne Pöstchen in der Bundespolitik erbeutet haben.

Dobrindt sprach beim Netzkongress von einem digitalen Wirtschaftswunder. Wie mag er das erreichen ohne leistungsfähige Infrastruktur? Zaubersprüche und Feenstaub?
Mit den selbstfahrenden Autos wird man den auf den kaputten Straßen sicher viel Spaß haben. Immerhin kann man den Autos dann vorher die Standorte der nächsten Schlaglöcher einprogrammieren. Die hat aber Google schon längst kartografiert.“

Weiterer Redner war der Bundesvorsitzende Stefan Körner. Ein Bestof zu Merkel, Gabriel, Steinmeier. Conclusio: $Politiker, geh weg, des kannst Du ned. (Incl. „Steinmeier hat soviel Dreck am Stecken, dass er aufpassen muss, sich zu bewegen, sonst fällt was runter.“)

Die Videos aller Reden werden hier bereit gestellt.

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G’red’t g’hört. Vom Spiel der Kommunikation.

Screenshot Online-Petition, Sonntag, 15.02.2014, 5:07 Uhr

Screenshot Online-Petition, Sonntag, 15.02.2014, 5:07 Uhr

„Jeder gemütskranke König in der 3. Generation wäre hier gerade hilfreicher als das armselige politische Personal des Freistaats Bayern, kann das sein?“ – Dieser Satz steht so auf der Seite 3 der Süddeutschen Zeitung vom 14./15.02.2015 und soll von Professor Bazon Brock stammen. Getätigt hat er ihn, so die SZ, auf der Geburtstagsfeier von Hubert Burda. Auf der soll der Konzertsaal München wohl auch ein Thema gewesen sein.
Die Bayern und das Gemüt. Dass in der Konzertsaaldebatte durchaus auf hohem Niveau diskutiert wird, Argumente statt Maßkrügen fliegen, ist ein augenfälliger Aspekt. Nicht, dass man dem Bayern attestieren müsse, er sei der Bierdimpfeligkeit entwachsen, das kann er zur rechten Zeit immer noch gut, nein: es ist auch nicht der vermeintlichen „Hochkultur“ geschuldet, dass hier emotional, aber ohne Dreck zu werfen diskutiert wird. Der Konzertsaal ist Gegnern wie Befürwortern ein Herzensanliegen. Wenn man, so wie ich, Twitter durchfiltert nach „#Konzertsaal” oder „Konzertsaal“. Vielleicht fallen die kritischen Stimmen auch nur deswegen nicht so auf, weil sie den Hashtag meiden – oder meine Filterbubble zuschlägt. Wobei ich meine Follower nicht nach Gegner- oder Befürworterschaft sortiere.
Sicher hat München größere und drängendere Probleme als einen Konzertsaal. Flüchtlinge, allgemeine Wohnungsnot, ein allgemeines Preisniveau, dass einen die Ohren anlegen lässt, die Liste ließe sich lang fortsetzen. Und in Abrede mag niemand stellen, dass der Konzertsaal eher ein Thema weniger Menschen denn der breiten Masse ist. Und doch: Vergessen wir nicht, dass das Drumherum um einen Konzertsaal nicht zu vernachlässigen ist. So ein Konzertsaal ist ja nicht nur ein seelenloser Betonklotz, der in der Gegend steht, er ist erfüllt mit Leben und erfüllt andere Zweige mit Leben, die Bauwirtschaft, den Tourismus allgemein und, ja, die „Konzerttouristikbranche“ im Speziellen. Apropos Konzerttouristikbranche: Eine schon (teils spöttisch) diskutierte Variante zu einem Konzertsaal in München wäre eine ausgeprägte Reisetätigkeit gerade des vornehmlich heimatlosen Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Die Busse des BRSO wären dicht gefolgt von den Bussen der Konzertbesucher, die durch Bayern und seine Gauen fahren würden. Die Busunternehmer würden sich die Hände reiben. Und wie ich diese Branche kenne, gäbe es schnell findige Unternehmer, die das Glas Prosecco und Fingerfood bei Hin- und Rücktransport einpreisten, mit entsprechendem Aufschlag versähen und gut verdienten. Abgesehen von den Bildern, die in meinem Kopf ablaufen, weil ich die Busbranche nach zehn Jahren als Fahrer doch recht gut kenne, ist da wenig dran, dem der „gemeine“ Konzertinteressent etwas Angenehmes abringen könnte.

Das schlechte Schweigen

Das Neue Odeon im Ensemble. (Entwurf: Markus Krempels)

Das Neue Odeon im Ensemble. (Entwurf: Markus Krempels)

Die Debatte ist also in vollem Gange. Und als sicher darf gelten, dass man in der Staatskanzlei sehr wohl wahrnimmt, welcher Protest sich regt. Vom Bariton Christian Gerhaher, der im Konzert um Protest bittet bis hin zu Dirigent Andrea Marcon, der den Text einer zuvor von ihm dirigierten Bach-Kantate rezitiert und auf München münzt.
Auffällig ruhig sind die Münchner Philharmoniker. Das mag das wenig verwundern. Sie sind in Lohn und Brot der Stadt. Und wes’ Brot ich ess’, des Gasteig-Umbau begrüße ich. Nur: Hilft Schweigen der Sache?
Es mutet an, als ob das Schweigen für einen verbesserten Konzertsaal im Gasteig in Kauf genommen würde um einer Stagnation des Musiklebens in München. Denn: auch nach einem Umbau gibt es keinen Platz mehr für die wachsende Zahl der Klassikfreunde.
Zumal das Schweigen auch noch eine unheilige Folge hat: Es ist ja nicht nur der Wettbewerb der Münchener Orchester und die Stagnation in der Entwicklung, sondern: Es wird weiterhin keine Planungssicherheit geben. Weder für Philharmoniker, Symphonieorchester, private Konzertveranstalter noch – international. Viele „Stars“ meiden den Gasteig wegen der Akustik, meiden also München mit seinem lebendigen Klassikleben. Schon jetzt. Und das soll sich bessern mit einem Wanderzirkus zwischen Herkulessaal und Gasteig?
Aus diesem Traum sollten die Philharmoniker aufwachen.

Und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks?

Die Musiker, die Dirigenten, der Manager – sie äußern sich treffend, wie schon oben am Beispiel von Andrea Marcon gezeigt.
Also alles gut?
Was mir fehlt: Nicht alle zur Verfügung stehenden Kanäle werden bespielt und ausgezunutzt. Das punktuelle Schweigen und Nicht-Gebrauchen eines eigenen Kommunikationsweges ist aber eher unklug, wenn man das gute Ziel einer „eigenen“ Heimstatt verfolgt. Alleine, um den derzeit zwischen ziemlich vielen Fronten stehenden Intendanten Ulrich Wilhelm zu entlasten und gewissermaßen aus der Schusslinie zu kriegen, wären einfache Informationen hilfreich. Mit Bordmitteln, wie ich als Linuxer sagen würde. Die Kolleginnen und Kollegen Journalisten im Funk mühen sich. Der Konzertsaalverein müht sich, über 10.000 Münchner, die die Petition bislang unterzeichneten, sind kein Pappenstil. Die Freunde des Symphonieorchesters sind rührig.

Was kostet eigentlich so ein Konzert im Hintergrund? Logistisch: Was kostet ein Transport von Instrumenten, Noten, Notenständern, Kleiderkoffern, Zubehör? Was kosten die Männer/Frauen, die den Transport, den Aufbau und Abbau bewerkstelligen? Was kostet die Saalmiete? Und daraus resultierend: Wie setzt sich ein Defizit zusammen, vielleicht auch im Hinblick auf den Herkulessaal? Das und andere Posten sind Argumente, um Verständnis dafür einzuwerben, dass der BR den Konzertsaal nicht mitfinanzieren darf, gleichwohl aber Kosten auf sich nimmt, um Musik zu Gehör zu bringen. Dürre Zahlen.
Dürre Zahlen, die dem einen oder anderen Bayern das Gemüt beruhigen würden und ihn vielleicht auch zu einer anderen Entscheidung bewegten.
Einen zusätzlichen Konzertsaal für München zu bekommen, ist nämlich gar nicht so abwegig, auch wenn der Beschluss von Staatsregierung und Mehrheit des Landtages derzeit entgegensteht.

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Lernen von den Profis. Mentoringprogramm von Presseclub und NJB

Blick auf die Patrona Bavariae in München von den Räumen des Presseclub München.

Blick auf die Patrona Bavariae in München von den Räumen des Presseclub München.

Gerne gebe ich an jüngere Leser und Berufseinsteiger folgenden Hinweis des Presseclub München weiter:

„Ab Mai 2015 unterstützt der PresseClub in Zusammenarbeit mit den Nachwuchsjournalisten in Bayern e.V. (NJB) wieder mindestens 12 Nachwuchsjournalisten mit einem einjährigen Mentoring-Programm bei ihrem Einstieg in den Traumberuf. Dabei steht der Austausch mit einem persönlichen Mentor im Mittelpunkt, begleitet von einem umfangreichen Fortbildungsprogramm mit bis zu 20 Workshops, Seminaren, Redaktionsbesuchen etc. Das Coaching-Projekt versteht sich als Vorbereitung auf ein Volontariat. Bewerbungsschluss ist der 15. März 2015, weitere Infos und Online-Bewerbung finden Sie auf der Homepage des Presseclub München.“

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Konzertsaaldebatte im Landtag: Bankrotterklärung oder Neubeginn?

Blick ins Plenum des Bayerischen Landtags

Blick ins Plenum des Bayerischen Landtags

Hitzige Debatte im Landtag um den Konzertsaal. Vier Anträge von vier Fraktionen und erwartungsgemäß kam der von der CSU durch. Nichtsdestotrotz zeigte die Debatte sehr deutlich, wer auf welcher Seite steht. Am überraschendsten dabei vielleicht, was sich bei der gestrigen Diskussion im Bayerischen Fernsehen abzeichnete: Isabell Zacharias von der SPD ging auf Kuschelkurs zu Staatsminister Spaenle, sprach sogar von Horst Seehofer pathetisch als „ihrem Ministerpräsidenten”. Ein Zeichen dafür, dass die Pro-Konzertsaal-Fraktion um Markus Rinderspacher in der SPD zu bröckeln scheint. Den Anfang in der Debatte machte Michael Piazolo, Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses, Freier Wähler und durchaus als kunstsinniger Mensch bekannt. Auszüge aus seinem Redebeitrag:

Und nach dieser Schelte schwang sich Piazolo auf zu fast unbekannten Höhen. Das „Stagione-Prinzip” verdammte er in Grund und Boden. Das bedeutet, dass Philharmoniker und Symphonieorchester sich alle 14 Tage in den Spielstätten Gasteig und Herkulessaal abwechseln sollen:

…um dann die Enttäuschung des Volkes in den Landtag zu tragen:

Gleichwohl ist sich Michael Piazolo sicher, dass die „Basta-Lösung“ nicht kommen wird.
Gudrun Fischer-Brendel ergriff für die CSU das Wort, sprach davon, dass sie kein Verständnis für die Aufregung habe und forderte Geschlossenheit im Sinne der Orchester. Und brachte ins Spiel, dass das BR Symphonieorchester ja durch Bayern auf Reisen gehen könne.

Isabell Zacharias von der SPD, bekannt für ihre friesisch-herbe Art, versuchte das Plenum zu vereinnahmen und beschwor die Große Koalition zwischen Landes- und Stadtregierung:

Auftritt Sepp Dürr, Grüne.

Staatsminister Ludwig Spaenle, in dessen Ressort die Konzertsäle fallen, sprach davon, dass er mit der Übernahme des Ressorts eine verfahrene Situation vorgefunden habe. „Quasi nur ein Zettel, auf dem Finanzgarten stand“:

Und auch Spaenle brachte den Gedanken ins Spiel, dass gerade das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks vermehrt durch Bayern touren solle, um einen Ausgleich der Kultur in die Fläche zu ermöglichen. Dazu soll nochmals geprüft werden, ob man nicht doch auf der Museumsinsel eine Ersatzspielstätte habe:

Spaenle erinnerte eindringlich daran, dass auch der Bayerische Rundfunk eine Verpflichtung habe, sich einzubringen. Er schloss mit einem Appell an alle Enttäuschten über die Entscheidung:

Die Debatte wird sicher noch weiter geführt werden (müssen).

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Freie Wähler starten Petition zum Erhalt von ORF und SRG

Florian Streibl, Bernhard Pohl mit Pressesprecher Dirk Oberjasper (Foto: Freie Wähler)

Florian Streibl, Bernhard Pohl mit Pressesprecher Dirk Oberjasper (Foto: Freie Wähler)

Wer in oberbayerischen Grenzregionen wohnt, weiß es zu schätzen, statt werbefinanzierte Privatsender zu schauen einfach zum werbefreien ORF umzuschalten. Damit soll aber bald Schluss sein. Der ORF will eine Smartcard einführen, die nur österreichische Staatsbürger sind und dort Rundfunkgebühren zahlen. In gut zwei Jahren soll die Umstellung erfolgen, wenn der neue DVB-T 2 Standard auch am Pfänder, auf der Zugspitze und am Salzburger Gaisberg eingeführt wird. Die Folge: bei den Menschen im Freistaat bleibt die Mattscheibe dann schwarz. Schon seit mehreren Jahren ist, das am Rande, ein Empfang via Satellit wegen Verschlüsselung nicht mehr möglich. Die Freien Wähler im Bayerischen Landtag wollen das nicht hinnehmen und starten eine Massenpetition.
Ziel: Der Status quo soll erhalten bleiben, so Bernhard Pohl:

Der Landtagsabgeordnete meint weiter, dass die deutschen Sender das nicht bewerkstelligen können und greift auf seine Erfahrung als Mitglied im HypoAlpeAdria-Untersuchungsausschuss zurück:

Bleibt die Frage, ob das nicht ein Schlag ins Kontor der werbefinanzierten deutschen Privatsender ist. Pohl verneint:

Der Parlamentarische Geschäftsführer Florian Streibl aus Oberammergau hat in seinen Stimmkreisen ganz ähnliche Beobachtungen gemacht und erläutert den Inhalt der Petition: „Wir fordern, den Katalog der verpflichtend einzuspeisenden Sender um je ein Fernsehprogramm des ORF sowie des Schweizer Fernsehens  zu ergänzen.“ Vertreter im Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) sollten hierzu Verhandlungen mit ORF und SRF aufnehmen, so Streibl, „mit dem Ziel der Einspeisung wenigstens eines Programms aus jedem Land über das Jahr 2017 hinaus“.

Dagegen haben aber die Rechteinhaber aus Sport und Film etwas. Ein Punkt, den Pohl kontert: „Wir FREIE WÄHLER betrachten die Programme von ORF und SRF jedoch vor allem als Kulturgut mit klarem Informationsauftrag. Deshalb müssen wir sofort handeln“, resümiert Pohl. Andernfalls sei der Verlust des beliebten Auslandsfernsehens nicht mehr aufzuhalten.

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„Kaffeesatzleserei“: Heftige Kritik am Konzertsaalbeschluss der Staatsregierung

Wird das je Wirklichkeit? Galeriestraße - der Blick auf das Neue Odeon mit Plantanen. (Entwurf M. Krempels)

Wird das je Wirklichkeit? Galeriestraße – der Blick auf das Neue Odeon mit Plantanen. (Entwurf M. Krempels)

Heute hat das Bayerische Kabinett den sogenannten „Konzertsaalbeschluss“ verabschiedet. Demnach habe eine von Freistaat und Landeshauptstadt eingesetzte Arbeitsgruppe ergeben, dass der Konzertsaal im Gasteig von zwei Orchestern genutzt werden könne. Außerdem stehe ein realisierbarer Standort für einen weiteren Konzertsaal derzeit nicht zur Verfügung. Die Vereinbarung von Ministerpräsident Horst Seehofer und Oberbürgermeister Dieter Reiter beinhalte deshalb, die Verbesserung der bestehenden beiden großen symphonischen Konzertsäle in München, der Philharmonie im Gasteig und des Herkulessaals in der Residenz, gemeinsam weiter zu betreiben. Damit biete sich erstmals die Chance, eine tragfähige und realistische Entscheidung in überschaubarer Zeit zu Gunsten des Klassikstandorts München zu treffen – nach jahrzehntelanger öffentlicher Diskussion und intensiver Standortsuche, in der rund 40 alternative Standorte in München geprüft und wieder verworfen wurden.

Kunstminister Dr. Spaenle:

„Die Bayerische Staatsregierung bekennt sich ganz klar zu ihrer Verantwortung für den Musik- und Kulturstandort Bayern. Dazu gehören auch adäquate Spielstätten für unsere beiden Spitzenorchester in München. Das war Gegenstand der Regierungserklärung 2013 und gilt nach wie vor. Wir wollen nun gemeinsam mit der Landeshauptstadt München eine deutliche Verbesserung für die Musikwelt in München erreichen. Die gefunden Zwillingslösung mit Gasteig und Herkulessaal bedarf noch weiterer Verhandlungen. Unsere Prämissen sind, dass für die beiden Orchester ein gemeinsames Nutzungskonzept erstellt wird, geeignete Ausweichspielstätten zu finden sind und der Herkulessaal entsprechend aufgewertet werden kann.“

(Quelle: PM des Staatsministeriums)

Das meint die Opposition dazu:

Dr. Sepp Dürr, Grüne sieht reine Kaffeesatzleserei:

„Es ist jetzt schon absehbar, dass das letzte Wort in Sachen Konzertsaal noch nicht gesprochen ist. Es ist geradezu Markenkern der Administration Seehofer II, dass sie Entscheidungen eben nicht trifft, sondern sich von äußeren Entwicklungen treiben lässt und deshalb immer wieder zu Kurswechseln gezwungen wird.
Das Kultusministerium gibt eine Studie in Auftrag, hält sie gegenüber dem zuständigen Kultusausschuss aber unter Verschluss. Der Minister diskutiert mit Gott und der Welt, bleibt dem Landtag aber entscheidungsreife Alternativvorschläge und tragfähige Finanzierungskonzepte schuldig. Das ist in höchstem Maße undemokratisch und ineffizient.“

Am Ergebnis der von Minister Spaenle beauftragten Metrum-Studie äußert Sepp Dürr erhebliche Zweifel. „Dieses Institut ist schon einmal durch ein Gefälligkeitsgutachten aufgefallen“, erinnert er an eine Arbeit zur möglichen Doppelbelegung der Philharmonie im Gasteig. Die Auslastungsprognosen für einen dritten Konzertsaal nennt Sepp Dürr „Kaffeesatzleserei. Angebot schafft Nachfrage insbesondere an einem Wachstumsstandort wie München. Das Verteilen vorhandener Besucherzahlen von zwei auf drei Säle ist keine Studie, sondern ein wissenschaftliches Lausbubenstück!“

Die Freien Wähler wollen unterdessen einen Dringlichkeitsantrag ins Parlament einbringen.
Prof. Michael Piazolo, Freie Wähler:

„Darüber hinaus soll die Staatsregierung die Planungen für den neuen Konzertsaal in ein gesamtbayerisches Kulturkonzept einbetten“, sagt Piazolo und übt gleichzeitig scharfe Kritik am Konzertsaalbeschluss von Ministerpräsident Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Das ist viel teurer als ein Neubau und zugleich ein Schlag gegen den Kulturstandort Bayern.“ Der angekündigte Umbau des Gasteigs und der damit verbundene Verzicht auf den Neubau eines Konzertsaals stoße in Teilen der Bevölkerung, bei Akustikexperten und Kulturschaffenden auf Unverständnis und massive Kritik. „Nach Auffassung der FREIEN WÄHLER ist die Notwendigkeit eines Konzertsaalneubaus unbestreitbar, sofern München auch künftig seinem internationalen Ruf als Kunstmetropole gerecht werden soll. Ich rufe Seehofer und Reiter daher zu einem raschen Umdenken auf.“

Im Sinne des Verfassungsziels gleichwertiger Lebensverhältnisse in ganz Bayern müsse die Staatsregierung darüber hinaus dafür sorgen, dass auch in anderen bayerischen Städten hochwertige Kulturangebote zur Verfügung stehen, so Piazolo.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Markus Rinderspacher, erklärte in einer Pressemitteilung:

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher appelliert an die Staatsregierung, dem Neubau eines weiteren Konzertsaals in München sofort zuzustimmen. Aus den Unterlagen, die heute dem Kabinett vorliegen, geht laut Medienberichten hervor, dass Ministerpräsident Horst Seehofer sich die Option für einen dritten Konzertsaal in der Landeshauptstadt offen hält*. Der SPD-Fraktionschef im Landtag plädiert daher dafür, Nägel mit Köpfen zu machen: „Wir sollten keine wertvolle Zeit und planerischen Kapazitäten fehlleiten und vergeuden und umgehend die Weichen für einen Neubau stellen. Ich erinnere den Ministerpräsidenten nochmals an sein Versprechen, das er den Münchner Bürgerinnen und Bürgern in seiner Regierungserklärung 2013 gegeben hat.”

Rinderspacher vermisst ohnehin die konkrete Untermauerung der Absichtserklärung eines „Neubaus im Gasteig“: „Ich sehe hier so viele Fragezeichen und Kostenrisiken, die die Weiterverfolgung dieses Projekts auf der gesamten Wegstrecke überaus fraglich erscheinen lassen“, kritisiert Rinderspacher.

Der SPD-Fraktionschef hatte sich in einem Schreiben an Kultusminister Spaenle Anfang Februar für den Vorschlag ausgesprochen, ein neues Odeon am Finanzgarten zu errichten. Das Areal liege in der Nähe anderer Kulturinstitutionen und sei gut erreichbar. Innerhalb eines Jahres könnte der Freistaat den Standort auf seine Bespielbarkeit prüfen und Umweltfragen klären. „Wie schade, dass nach der guten Vorarbeit Ihres Ministeriums die Chance zur städtebaulichen Schöpferkraft nicht weiterverfolgt wurde“, schrieb Rinderspacher.

Hinweis:
Sie können sich für einen Konzertsaal einsetzen, die Petition zeichnen Sie hier.

  • Nach Kenntnisstand heute mittag (PK mit StM Marcel Huber) soll die Option eines zusätzlichen Standorts aus der Kabinettsvorlage gestrichen worden sein.
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Dokumentiert: Der offene Brief des Konzertsaalvereins

Zur präferierten Gasteig-Sanierung: Auf Kosten und Qualität achten und
Alternativen bereithalten

Der Konzertsaalverein München protestiert gegen die von Ministerpräsident Seehofer und Oberbürgermeister Reiter gegenwärtig präferierte Lösung, anstelle des von Ministerpräsident Seehofer wiederholt versprochenen zusätzlichen neuen Konzertsaals nunmehr lediglich die vorhandenen Konzertsäle Philharmonie im Gasteig und Herkulessaal der Residenz zu sanieren.

Damit wird nicht die dringend notwendige Kapazitätserweiterung geschaffen, sondern der derzeitige Zustand festgeschrieben, der zu dauerhaften, auch wirtschaftlichen Einschränkungen des Münchner Konzertbetriebs führt und dem konzertanten Musikleben in München eine dringend notwendige Expansionsmöglichkeit vor allem auch für die Jugendförderung verhindert.
München wird dadurch schon in naher Zukunft seine führende Position als Musikstadt für konzertante Musik nicht mehr behaupten können. Die gegen die Entscheidung bereits erfolgten stürmischen Proteste von tausenden von Bürgern in der Stadt und auch von außerhalb sowie die negativen internationalen Pressereaktionen zeigen, dass hier eine unhaltbare Absicht verfolgt wird, die bereits jetzt dem Standort München einen schweren Schaden zugefügt hat.

Wir fordern daher,

1) die verantwortlichen Politiker von Staat und Stadt auf, die jetzt präferierte Zielsetzung zu überdenken. Die Argumente, die für diese Präferenz wiedergeben werden, sind fragwürdig und durch keinerlei Untersuchungen oder Verfahren objektiv belegt;

2) in den kommenden Verhandlungen zwischen Staat und Stadt sollen und müssen ganz entscheidende ungeklärte Fragen behandelt werden, wie vor allem exakte Kosten eines Umbaus der Philharmonie im Gasteig unter der Zielsetzung eine Spitzenakustik zu erreichen, Belegungspläne für Münchner Philharmoniker, BR-Sinfonieorchester und Drittveranstalter in Philharmonie und Herkulessaal, belastbare Kalkulationen über die Dauer des Betriebsausfalles während der Umbauphase für die Philharmonie sowie konkrete Benennung von Interims-Aufführungsstätten und deren konkrete Betriebsbedingungen.

Es zeichnet sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ab, dass auch hier wesentliche Fragen nicht ausreichend beantwortet werden können oder zu nicht ausreichend lösbaren Problemen führen. Deshalb fordern wir die Bereitschaft zu Offenheit für bessere Lösungsalternativen.

Wir werden den Verhandlungsprozess aufmerksam begleiten und fordern angesichts der zu erwartenden hohen Kosten und Probleme ein für alle Bürger transparentes Verfahren. Insbesondere muss nachvollziehbar geklärt werden, mit welchen Kosten bei einem qualifizierten Umbau zu rechnen ist sowie, welche tatsächlichen Qualitätsveränderungen vorgesehen sind. Bei der leidvoll erfahrenen Neigung der politisch Verantwortlichen zu unzureichenden Minimallösungen ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, dass am Ende, um Kosten zu sparen, nur noch eine qualifizierte Schönheitsreparatur herauskommt.

3) Besonders unverständlich ist es, dass der wiederholt von der fachlich hochkarätig besetzten Arbeitsgruppe im Kultusministerium vorgeschlagene Standort für einen neuen Konzertsaal an der Galeriestraße am Rande des Finanzgartens verfahrensmäßig nicht weiter untersucht, sondern mit unbewiesenen Befürchtungen unberücksichtigt blieb.

Wir fordern daher, die Untersuchungen dazu auch parallel zur jetzt beschlossenen Präferenz weiter zu führen, um bei den zu erwartenden Problemen bei den Verhandlungen von Staat und Stadt kalkulierbare Alternativen zeitnah zur Verfügung zu haben.

Durch einen städtebaulichen Ideenwettbewerb können die sensiblen Punkte am Standort Galeriestraße (Bau eines neuen Konzertsaals mit Tiefgarage und erste Kostenermittlungen, geringstmöglicher Eingriff in den Finanzgarten mit verbesserter Wahrnehmbarkeit und Zugänglichkeit, bürgerfreundliche Aufwertung des dortigen Quartiers der Altstadt) abgeklärt und die dafür notwendigen Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden mit der Chance, über dieses transparente Verfahren eine breite Zustimmung in der Bürgerschaft zu finden.

Dieser Brief ist 1:1 übernommen und kommt vom Konzertsaalverein.

Hinweis:
Sie können sich für einen Konzertsaal einsetzen, die Petition zeichnen Sie hier.

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„Guten Morgen, Ihr Dorfplatz*schönheitinnen und Dorfplatz*schönheiten“

(*München ohne Konzertsaal)

Dem einen oder der anderen mag es aufgefallen sein, dass ich seit ein paar Tagen den Tag auf Twitter mit dieser Begrüßung beginne und abends analog beende:

Die Erklärung:

Mir ist der Neubau eines Konzertsaals wichtig und es ist eine der wenigen Herzblutsachen, die ich mir erlaube.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Bayerische Rundfunk sein berühmtes Signet „Solang der Alte Peter“ unvollständig gespielt, bis die Münchner Kirche, ein Wahrzeichen, wieder aufgebaut war. (Zur Geschichte des „Sigi“ ein Exkurs des Bayerischen Rundfunks)
Da ich immer noch Hoffnung habe, dass sich Landes- und Stadtregierung besinnen, werde ich bis zu einer entsprechenden Beschlussfassung mit diesem Gruß beginnen und enden.

Ich hoffe für Sie, meine Follower, dass das nicht allzulange dauert. ;)

Wer die Einsicht unserer Politiker befördern will, ist herzlich eingeladen, diese Petition mitzuzeichnen.

Ich danke für Ihr/Euer Mitzeichnen und Verständnis.

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