Konzertsaal München: Fast wissen wir, dass, …aber wo?

Das Podium im Lenbachhaus diskutiert über den Konzertsaal
Das Podium im Lenbachhaus diskutiert über den Konzertsaal
Neuerliche Diskussion um den Konzertsaal München. Diesmal ausgerichtet von der Süddeutschen Zeitung im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Seit Gustl Mollath hat kein Thema die Leser der SZ mehr bewegt als die Frage, ob es einen zusätzlichen Konzertsaal für München braucht, und wenn ja: wo. Wolfgang Krach und Sonja Zekri moderierten den Abend. Hier dokumentiere ich die Eingangsstatements der Teilnehmer auf dem Podium. Den Schluss überlasse ich dem Gebeutelten des Abends, dem Kunstminister.

Waltraud Meier sagt, dass ein Konzertsaal vor allem die Musik so ertönen lassen soll, wie sie vom Komponisten gedacht ist. Von der kleinsten Stille bis zum Fortissimo. Neben dieser Frage wirft Meier die Problematik auf, dass niemand derzeit wisse, wo man in der Umbauphase des Gasteigs hin solle. Ein neuer Konzertsaal müsse sich auch im Probenbetrieb öffnen:

Direkte Frage von Wolfgang Krach an den Kunstminister: „Herr Spaenle, für die Katastrophe sind Sie der verantwortliche Minister, wie Frau Meier sagt. (…)“ Und fragt nach, was denn die Meinung von Spaenle sei. Spaenle sieht sich (wie den ganzen Abend) in der Defensive und verteidigt zuerst seinen Chef, den Ministerpräsidenten:

Der Kunstminister verdeutlicht, dass die Staatregierung im Falle eines Konzertsaalbaus wohl eher dem Standort Deutsches Museum (Museumssaal) zugetan sei. Bleibt abzuwarten, wie viel Druck Seehofer und vor allem Spaenle auf das Museum ausüben können.
BR-Intendant Ulrich Wilhelm muss sich für seine Aussage rechtfertigen, dass der BR keinen Saal bauen dürfe, macht aber auch deutlich, dass sich der Sender an der notwendigen technischen Ausstattung messen lassen wolle:

Der Dirigent Steven Sloane erzählt, wie der Hergang in Bochum war. Dort soll nächstes Jahr ein Konzertsaal eröffnet werden. Und Bochum hat im Gegensatz zu München weniger gute Voraussetzungen. Es fehlt das Geld. Sloane verdeutlicht in seinem Eingangsstatement, dass Bürgerbewegung sein müsse, dann würde sich auch die Politik bewegen:

Provokant ist die Einstiegsfrage an Hans-Georg Küppers, den Kulturreferenten Münchens. Was er denn gegen einen Konzertsaal habe. Nichts, antwortet der. „Aber“, so Krach, „Sie tun auch nichts dafür?“

Die Debatte, die folgt, ist aufschlussreich. Teile können Sie auf Twitter nachlesen, der Hashtag #Konzertsaal hilft weiter. Die Süddeutsche fasst ihre Veranstaltung auch zusammen. Der BR berichtet in Text und Audio.

Kurzfassung des Debattenschlusses: Alle sehen sich in 10 Jahren in einem neuen Konzertsaal. Wo der allerdings steht, darauf will (und kann) sich keiner festlegen. Die härteste Kritik des immer wieder murrenden, applaudierenden, buhenden Publikums muss Kunstminister Spaenle als politisch Haupt-Verantwortlicher einstecken. Deswegen soll er hier nochmal zu Gehör kommen und den Stand der Dinge darstellen:

Nach zwei Stunden mehr oder minder Rumgegurke auf der Bühne bleibt als Erkenntnis: Der Vorhang auf und alle Fragen offen.

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