Das Karussell der Beleidigten …

2015-03-23 18.07.21„Schorsch, mir is fad, wos machmern?“
„Diskutiern ma an Konzertsaal!“
„Jo. Scho.“

Der von mir überaus geschätzte @Robbish_ führt Miniaturdialoge dieser Art jeden Tag auf Twitter. Bei der gefühlt 372. Auflage der Diskussion um einen neuen Konzertsaal in und für München wünschte ich mir die Gelassenheit eines Robbish_, um die ständigen Wiederholungen eines Hans-Georg Küppers und Ludwig Spaenles ertragen zu können. Leider war ich zum Dasitzen und Zuhören verdammt. Auch keine schlechte Übung, wenn man weiß, dass man sich zu späterer Stunde über die Aufführung einer Diskussion zu einem Gespenst auslassen kann.
Dieses Mal also in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Neu im Karussell der Beleidigten waren dieses Mal Mariss Jansons, der Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und zu Teilen Thomas E. Bauer, Bariton und wie Jansons vehementer Befürworter einer neuen Spielstätte im Millionendorf. Die Positionen von Spaenle und Küppers will ich hier nicht wiedergeben. Sie haben sich im Vergleich zur letzten Woche beim SZ-Forum nicht geändert.
Mariss Jansons, Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, hatte sich schon wieder beruhigt, nachdem er auf einer Pressekonferenz seines Hauses beklagt hatte, dass er zum Narren gehalten worden sei:

Mariss Jansons hat das Preisgeld des Ernst-von-Siemens-Musikpreises in Höhe von 250.000 Euro für einen neuen Konzertsaal versprochen.
Thomas Bauer ist Bariton. Er hat in Blaibach einen Konzertsaal initiiert und ist vielleicht derjenige, der endlich mal mit einer konstruktiven Idee in den Ring trat. Alle reden über einen Standort, Bauer rückte den Fokus zurecht. Es muss ein Konzept her. Seiner Meinung nach heißt das: Konkreter Plan, Menschen bewegen, Geld zu spenden, einen Standort suchen, bauen. Wie in Blaibach. Also die Idee, dann die Finanzgeber, dann der Standort, aber der sehr konkret.

In München wird die Standortfrage scheitern. Derzeit. Das ist der Unterschied zu Blaibach. Es gibt zu viele diskutierte Möglichkeiten. Und es gibt Seehofer, der im Schulterschluss mit Dieter Reiter, dem Münchner Oberbürgermeister, versuchte, die Diskussion zu beenden und sein Master-Plänchen durchzudrücken. Und dann bleibt noch Ludwig Spaenle.
Dem Kunstminister Spaenle war es sichtlich unangenehm, statt seines Chefs Seehofer auf dem Kohlenstuhl sitzen zu müssen. Je länger die Befürworter eines Konzertsaals sprachen, desto unruhiger wurde er. Er schnitt Grimassen. Ein Phänomen, das man bei Spaenle immer beobachten kann, wenn er sich nicht von der Mehrheit der Zuhörer getragen fühlt und er fast platzt, weil er der Meinung ist, dass er alles besser weiß. Ich stelle diesen Umstand nicht mal in Abrede, aber mit seinen Stanzen kommt er auch nicht weiter. Wie beim Gymnasium. Aber das ist ein ganz anderes, vielleicht auch weiteres Feld.
Er versuchte den Spagat zwischen Ministerpräsident, Volk und ähm ja:

Immerhin machte er glauben, dass ihm beim Abend in der Akedemie ein Licht aufgegangen sei.

Ansonsten: Nichts Neues an der Konzertsaalfront.

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