Philologen wollen Digitales Lernen – Die Infrastruktur passt aber nicht

Michael Schwägerl und Max Schmidt stellten die Onlinebefragung vor.
Michael Schwägerl und Max Schmidt stellten die Onlinebefragung vor.

Die gute Nachricht zuerst: „Das Digitale Zeitalter ist in der Schule angekommen, die Kreidezeit überwunden“, konstatiert Michael Schwägerl das Ergebnis einer Online-Umfrage unter den Mitgliedern des Philologenverbandes. Der stellvertretende Vorsitzende der Bayerischen Philologen macht allerdings auch klar, dass die Digitalisierung der Schulen keineswegs nur Anlass zum Jubeln bietet. Genauso sieht das auch Max Schmidt. Es scheitert vor allem an einem: Die Geräte sind schnell veraltet, Investitionen zu tätigen ist für einen Schulträger, zumeist Kommunen, einem finanziellen Selbstmord gleichzusetzen:


Nicht nur die Geräte sind veraltet, die PC-Räume sind es auch. Und viel zu wenig wird daran gedacht, dass sich der Computer, das Tablet, das Smartphone in alle Unterrichtsbereiche einklinkt. Mangels fehlender Infrastruktur wie breitbandigen Internetzugängen, die auch mal mehrere 100 Schüler auf einen Schlag verkraften können wird „Online“ in der Schule zur Geduldsprobe. Max Schmidt bemerkte richtig, dass es nicht damit getan ist, dass „der Söder in jeden Keller eine Glasfaser legt“. Sinnvoller und zuverlässiger Einsatz kenne fast nur eine einzige Chance: Bring Your Own Device – die Schüler müssten ihr eigenes Gerät mitbringen. Dreiviertel aller Lehrer würden gerne mehr digital arbeiten. So wundert auch nicht, was Michael Schwägerl als Fazit aus der Befragung vorstellt:


60 Prozent wünschten sich laut bpv, Onlinemedien noch besser einsetzen zu können. Daraus resultieren am Ende laut Schwägerl diese Forderungen:


Die Ergebnisse der Onlinebefragung hat der Philologenverband in dieser Präsentation aufbereitet.

 

Kommentar:
Es ist richtig, dass eine vernünftige Infrastruktur der erste Schritt hin zu sinnvoller Digitaler Nutzung ist. Deswegen braucht es (zumindest für Schulen) finanziell erschwingliche Lösungen. Mobilfunkprovider, mithin das Abwälzen der Kosten auf den einzelnen Schüler fallen als Alternative aus, da diese in Deutschland keine akzeptablen Volumina anbieten. Eine andere Sache ist die Geräteausstattung. Es wäre nicht hinnehmbar, wenn jede Schule ihren Schülern das Device vorschreiben würde, das im Unterricht zu verwenden sei. Gleichwohl fällt auf, dass die meisten Schüler für den Unterricht brauchbare Geräte haben. Wenn man in einem großen Schritt hinginge und von Software-Seite her auf offene Formate/Standards setzte, dazu sich auf dem Markt umsähe, was von Verlagen unabhängige Schulbücher zu leisten im Stande sind, dann wäre schon mal was erreicht mit der Verbesserung der Digitalisierung unserer Schulen. Aber: Solange man in Antworten auf diesbezügliche Fragen mit dem Hinweis auf Linux und Windows abgespeist wird, haben die Lehrer nicht nicht ganz verstanden, um was es geht. Von den Fachministern schweige ich an dieser Stelle lieber.

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