Ausbildung bei Metallern auf hohem Niveau – Mittelschule ein starker Pfeiler

Hat Grund zur Freude: Der vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt präsentiert gute Ausbildungszahlen
Hat Grund zur Freude: Der vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt präsentiert gute Ausbildungszahlen
Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber rechnen für das neue Ausbildungsjahr 2015 mit 14.450 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Das entspricht einem Zuwachs von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wir bilden in unserer Branche weiterhin auf hohem Niveau aus“, erklärte bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bei der Vorstellung der Ergebnisse der aktuellen M+E Ausbildungsumfrage.

Auf den ersten Blick ergeben sich laut Brossardt keine nennenswerten Änderungen. Lediglich Bayern stehe besser da als die anderen Bundesländer. Und dennoch: Es gibt mehr Lehrstellen als Bewerber:

Die Mittelschule ist ein Pfeiler der Metall- und Elektrobetriebe
Die Mittelschule ist ein Pfeiler der Metall- und Elektrobetriebe
Die Prognose für die Absolventen der Metall- und Elektrobranche geht nach unten.[/caption]Brossardt weiter: „Wir gehen davon aus, dass sich die Ausbildung in der M+E Industrie in Bayern im Jahr 2016 auf einem hohen Stand halten wird. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge wird sich laut unserer Umfrage bei rund 14.470 einpendeln.“ Auch die Übernahmeaussichten für die Auszubildenden, die 2015 ihre Lehre abschließen, sind weiterhin exzellent. Die Übernahmequote liegt bei 96 Prozent. Für 2016 rechnen die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber mit einer Steigerung der Quote auf 98 Prozent. Ein Drittel der Azubis kommen dabei von der Mittelschule, die, so Brossardt, oft zu Unrecht gescholten werde:

Die meisten Betriebe bilden entsprechend dem Bedarf aus.
Die meisten Betriebe bilden entsprechend dem Bedarf aus.
Einen Trend zur Akademisierung macht Bertram Brossardt dabei nicht aus: Nur rund zehn Prozent studieren dual.
Allerdings machen ein paar andere Zahlen Sorgen: 51,4 Prozent der befragten Unternehmen, deren Ausbildung zuletzt leicht rückläufig war, konnten keine geeigneten Bewerber finden. 40,5 Prozent konnten Ausbildungsplätze mangels Bewerber nicht besetzen, 16,2 Prozent konnten nach Absagen keine neuen Interessenten finden. Brossardt: „Wir gehen davon aus, dass in Bayern bereits im Jahr 2020 branchenübergreifend annähernd drei Viertel der gesamten Fachkräftelücke von 230.000 Personen auf Absolventen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung entfallen werden. Wir brauchen eine bessere am Arbeitsmarkt ausgerichtete Berufsorientierung in den Schulen.“

Kaum Bewerbungen von Flüchtlingen in der Metallbranche.
Kaum Bewerbungen von Flüchtlingen in der Metallbranche.
Wie also dem drohenden Fachkräftemangel begegnen? Bertram Brossardt glaubt daran, dass neben den Fachkräften aus Spanien oder Italien auch die Zuwanderung zur Fachkräftesicherung beiträgt. Die Befragung zeigt, dass 6,8 Prozent der bayerischen M+E Firmen bereits heute Praktikumsplätze und 4 Prozent Ausbildungsplätze auch mit Flüchtlingen und Asylbewerbern besetzen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen hat von dieser Zielgruppe bisher keine Bewerbungen erhalten.

Brossardt sagte, dass die Bewältigung des Flüchtlingsstroms eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, zu der die Wirtschaft ihren Teil beitrage: Das Projekt ‚Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge‘, das wir gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt und dem bayerischen Kultusministerium auf den Weg gebracht haben, hilft Berufsschulen, Erfolgsfaktoren für den Übergang der Jugendlichen in die Ausbildung zu identifizieren.“

Aktuelle Ausbildugsangebote der bayerischen Metall- und Elektroindustrie finden sich hier.

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