„Der wichtigste Schutz ist, dass man in der Masse untertaucht“

Dass das Internet alle Lebensbereiche verändert, hat sich herumgesprochen. Der eine akzeptiert das und spielt nach den neuen Regeln mit, der andere verweigert sich. Und Journalisten? Die bedienen sich des Internets, hinterlassen aber oft genug in sensiblen Situationen verräterische Spuren.
Auch ohne die (derzeit noch umzusetzende) Vorratsdatenspeicherung haben Wirtschaft, Staat und Geheimdienste genügend Mittel, Spuren zu erfassen, auszuwerten und zuzuordnen. Grund genug, ein Podium zu veranstalten, auf dem zwei Investigativ-Journalisten aus der Praxis erzählen.

Wolfgang Heinzel, Jan Berger, Wolfgang Messner und Peter Welchering diskutieren über investigativen Journalismus.
Wolfgang Heinzel, Jan Berger, Wolfgang Messner und Peter Welchering diskutieren über investigativen Journalismus.

Peter Welchering betonte einmal mehr, dass viele Journalisten fahrlässig mit dem Internet umgingen. Sein Kollege Wolfgang Messner gibt Welchering Recht und beklagt seinerseits, dass er selbst wahrscheinlich im Netz zu viele Spuren hinterlasse, da ihm diesbezügliche Techniken nicht geläufig sind.
Und so sehr die E-Mail verschlüsselt werden sollte, so sehr schätzt Peter Welchering die Postkarte an Informanten:

 

Die Notwendigkeit zur Weiterbildung ist laut Welchering noch nicht in den Chefetagen der Medien angekommen.

 

Gibt es denn einen Unterschied zwischen Wirtschaft, Staat und Geheimdiensten? Wie macht sich bemerkbar, dass Geheimdienste einem auf der Spur sind? Peter Welchering gibt den Stand einer Recherche im Umfeld des Attentates auf die Redaktion von Charlie Hebdo wieder, der deutlich macht, wie sehr Journalisten überwacht werden.

 

Wenn Sie keinen Estrich legen können, können sie auch keine Fliesen legen

Die Vorratsdatenspeicherung – ist die nun schlecht oder gut? Zumindest klingt sie auf dem Papier ja sehr zahm. Und wie ist das mit dem Schutz von Journalisten und Whistleblowern? Gibt es Mittel, der Überwachung zu entgehen?

 

Ausblick: Wirken sich die neuen Techniken auf den Journalismus positiv aus? Wird es neue Formate geben? Oder muss man eher pessimistisch sein, was die Entwicklung angeht?

 

Das Gespräch moderierte Jan Berger, assistiert von Wolfgang Heinzel. Es fand am 28. Oktober auf Einladung des Fachausschusses Neue Technik/Online des DJV Baden-Württemberg statt.
Wolfgang Messner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seinen Job bei der Stuttgarter Zeitung hat er hingeschmissen. Nachdem er mehrere Preise gewonnen hatte, wurde er dem Verlag unbequem. Er will nun Journalisten in Recherche unterrichten.
Peter Welchering ist Journalist und Dozent. Er ist froh, für öffentlich-rechtliche Anstalten zu arbeiten, bei denen in heiklen Situationen schon mal Justiziare einen Schriftsatz aufsetzen. Er stimmt Messner zu, dass Verlage das meistens nicht mehr im Kreuz hätten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s