Steht die Privatsphäre vor dem Aus? – Vom Schutz und Umgang mit Daten

Tagung zu Schutz der Daten und Privatsphäre in Tutzing.
Tagung zu Schutz der Daten und Privatsphäre in Tutzing.

In der digitalisierten Welt gibt es eine neue Währung, das sind unsere Daten. Spart man sich mit der Preisgabe seiner persönlichen Daten bares Geld? Versicherungsrabatte für eine gesunde Lebensführung ebenso wie für achtsames Autofahren stehen im Raum. Sind dies sinnvolle Anreize oder bedeuten sie den Ausverkauf unserer Privatsphäre? Die Akademie für politische Bildung in Tutzing hat den Umgang mit Daten in möglichst vielen, unterschiedlichen Facetten beleuchtet.

Am ersten Tagungstag stand die Arbeit des Landesamtes für Datenschutz im Fokus, ein Ingenieur schilderte, was sich im Auto und unter dessen Motorhaube tut, die Digitale Gesellschaft versuchte für Grundrechte zu sensibilisieren und was es mit dem Smartmeter auf sich hat, war Schlusspunkt des Abends.

Auf Europaebene gibt es 27 Behörden, die sich um den Datenschutz kümmern. Deutschland ist quasi europäischer Sieger, denn hier haben wir 18 Datenschutzbehörden. Je eine für jedes Bundesland, dazu eine Bundesbeauftragte und Bayern hat eine Zweiteilung, private Unternehmen werden von einer zweiten Behörde kontrolliert. Dazu kommen noch die Datenschutzbeauftragten des Bayerischen Rundfunks, der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und der evangelischen wie katholischen Kirche. Elisabeth Kraml ist Juristin beim Landesamt für Datenschutz. Sie und ihre 15 Kolleginnen und Kollegen in Ansbach sind Ansprechpartner für Datenschutzverstöße in Privatunternehmen:

 

Elisabeth Kraml räumte auch mit den Unsicherheiten auf, was zum Beispiel das Kopieren eines Ausweises angeht. Generell gilt: Es darf bis auf wenige Ausnahmen keine Kopie des Ausweises angefertigt werden.

 

Die Ansbacher kontrollieren dabei von der Dating-App bis zum Fitnessstudio alles, wo mit Daten anderer umgegangen wird.

Wem gehören die Daten meines Autos?

 

Udo Schüppel kümmert sich bei der FSD in Thüringen um den Umgang mit Fahrzeugdaten.
Udo Schüppel kümmert sich bei der FSD in Dresden um den Umgang mit Fahrzeugdaten.

Udo Schüppel befasst sich mit Autos und der Datensicherheit. Ein aktuelles Problem stellt sich zunehmend. Autos sind immer mehr vernetzt, sie erzeugen Daten. Wem gehören diese? Dem Hersteller oder dem Besitzer des Autos?
Schüppel zeigte anhand der Umfrage einer Autozeitschrift, dass zudem vielen Autofahrern überhaupt nicht bewusst ist, dass sie einen Rechner spazieren fahren:

 

Daneben greift Google auch immer auf alle verfügbaren Daten zu und erzeugt so beispielsweise Karten, auf denen man sieht, wo grade viel oder wenig Verkehr herrscht:

Grundrechte verteidigen!

Alexander Sander von der Digitalen Gesellschaft Berlin versuchte, für Datensicherheit und -schutz zu sensibilisieren.
Alexander Sander von der Digitalen Gesellschaft Berlin versuchte, für Datensicherheit und -schutz zu sensibilisieren.

Auf der Tagung versuchte auch Alexander Sander von der Digitalen Gesellschaft die Teilnehmer für Datensicherheit zu sensibilisieren. Pointiert brachte Sander das Verhältnis Regierung – Bürger auf den Satz: „Sie werden permanent wie ein Terrorist behandelt.“ Anhand einiger Beispiele zeigte er auch die Arbeitsweise von Bundesnachrichtendienst und anderen Schlapphüten. Dort werden alle Daten ausgewertet, derer die Geheimdienstler habhaft werden können. Gesetze, scheint es fast, gelten für sie weniger als für andere und wenn, dann werden sie geschickt umgangen. Viel Arbeit für Datenschutzaktivisten:

 

Das „Smartmeter“ und sein Datenhunger?

Kaum hat sich der Verbraucher an das eine gewohnt, folgt das nächste Ungemach: Heinrich Lang vom Institut für Energiedienstleistungen beschrieb, wie man Energie sparen könne. Er begleitet Unternehmen bei diesem Prozess seit Jahren. Auf den ersten Blick mag das nicht viel mit Daten zu tun haben. Aber schon in der Vergangenheit liessen sich bei großen Unternehmen Energieprofile erstellen. Den Teilnehmern der Tagung gelang es, aus zwei Schaubildern zum Stromverbrauch recht schnell zu erraten, dass es sich beim Verbraucher um eine Schule handeln müsse. Das alles kann schon jetzt der „kleine, schwarze Kasten“, also der Stromzähler. Der soll in den kommenden Jahren durch einen Nachfolger abgelöst werden: das sogenannte Smartmeter. Heinrich Lang spricht lieber von einem intelligenten Messsystem. Wenn die dort erhobenen Daten nach draußen gelangen, …

 

Am zweiten Tag der Tagung wird es unter anderem um Identitätsdiebstahl und die Handhabe von Gesundheitsdaten gehen. (Bericht hier.)

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