Wikinger! – Die Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim

Wikinger! Am Freitag (11.03.) eröffnet im Lokschuppen Rosenheim die diesjährige Ausstellung. Im Kultur- und Kongresszentrum gab es heute die Eröffnungs-Pressekonferenz, anschließend durften die Journalisten und Medienvertreter das erste Mal in die komplett errichtete Ausstellung. Schon auf dem Platz vor dem Lokschuppen gibt es ein wahrliches Highlight zu sehen: Das Wikingerschiff aus dem Film, den Bully Herbig am Walchensee drehte. Der Lokschuppen hat es gekauft, aufgepeppt und zum Besteigen freigegeben.

Mitten im Raum steht ein Wikingerschiff, illuminiert mit farbig wechselnden LED.
Mitten im Raum steht ein Wikingerschiff, illuminiert mit farbig wechselnden LED.

Wenn man den dunklen Raum des Lokschuppen betritt, dann fällt einem gleich das Motiv auf: Masken, die im Original von Wikingern hergestellt wurden.

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Im Eingang der Ausstellung eine Projektion von Masken.

Mit Hilfe der Exponate wird auch gleich mit ein paar Klischees aufgeräumt. Dass die Wikinger gerade auch in Deutschland so populär wurden, ist die „Schuld“ eines Bayern: König Ludwig II. Er förderte Wagner, der die arischen Nordmenschen dann auch gleich etwas verfremdet darstellte, wie Kuratorin Dr. Michaela Helmbrecht weiß:

 

In rot eingezeichnet: Der Lebensraum der Wikinger.
In rot eingezeichnet: Der Lebensraum der Wikinger.

Die Wikinger waren ein grausames Volk. Und: Es gab sie eigentlich gar nicht. Sie waren bunt zusammengewürfelt aus verschiedenen Völkern, die entlang der Küsten der Nordländer lebten:

 

Magister Hans Kudlich hat die Ausstellung gestaltet.
Magister Hans Kudlich hat die Ausstellung gestaltet.

Die Ausstellung gestaltet hat Magister Hans Kudlich. 10 Themenbereiche werden abgedeckt, von der Seefahrt bis hin zur Christianisierung. Dabei unterstützt Kudlich den Weg durch die Geschichte der Wikinger mit einer speziellen Farbgebung:


Sehr wenig bekannt ist übrigens auch, dass die Wikinger eine Hochkultur waren. In der Forschung und der Quellenanalyse kam zutage, dass sie hochkomplexe Gedichte schrieben. Auch dahingehend vermittelt der Lokschuppen Rosenheim Wissen.

Die Schiffe der Wikinger hatten poetische Namen.
Die Schiffe der Wikinger hatten poetische Namen.

Besonders gelungen ist die Darstellung des Familienlebens. Hier gibt es auch Spielzeug der Kinder zu sehen. Kinder waren bei den Wikingern übrigens so etwas wie kleine Erwachsene. Angesichts dieser Auffassung könnte es doch sein, dass der kleine Wickie seinen Vater und die tapferen Krieger begleitet hat. Aber schweifen wir nicht ab in Spekulationen.

Das Familienleben anhand von Zeichnungen und Exponaten.
Das Familienleben anhand von Zeichnungen und Exponaten.

Hören wir doch einer Führerin durch die Ausstellung ein wenig zu. Sie erzählt von einem Diebstahl in der Nachbarschaft, der Klärung und der Versöhnung und räumt auch gleich mit einem weiteren Klischee zum Trinkverhalten der Wikinger auf:


Wie oben schon gehört, nahmen die Wikinger das Christentum an. Zeugnisse ihrer Sakralkunst finden sich auch im Lokschuppen Rosenheim.

Die Wikinger nahmen das Christentum an.
Die Wikinger nahmen das Christentum an.

 

Diese Standarten waren ursprünglich zum weltlichen Gebrauch bestimmt. Aber auch die Kunst wechselte mit ins Religiöse.
Diese Standarten waren ursprünglich zum weltlichen Gebrauch bestimmt. Aber auch die Kunst wechselte mit ins Religiöse.

In den 28 Jahren seit Bestehen des Lokschuppens kamen fast vier Millionen Besucher. Wikinger! ist das 43. Ausstellungsprojekt der Rosenheimer. Das ist auch ein Wirtschaftsfaktor, wie der Geschäftsführer des KU’KO betont. Nach Angaben von Peter Lutz erzeugt jeder Euro, der für die Wikinger seitens der Betreiber ausgegeben wird, rund zehn Euro an Einnahmen:

 

Harald Blauzahn, der berühmte Wikingerkönig, hat der Bluetooth-Technik seinen Namen und die Initialien vererbt.
Harald Blauzahn, der berühmte Wikingerkönig, hat der Bluetooth-Technik seinen Namen und die Initialien vererbt.

Dr. Peter Miesbeck ist der Leiter des Lokschuppen Rosenheim. Er kann für dieses Jahr mit einer weiteren Besonderheit aufwarten: Es gibt einen Audioguide, den man sich auf das Smartphone laden kann:

 

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Auch die Wikinger konnten schon guttenbergen, beherrschten also das Copy & Paste. Mehr über die Kopiermethoden erfährt man in der Ausstellung.

Und so wird Michaela Helmbrecht, die Kuratorin, nicht müde, die Winḱinger! anzupreisen. Zu Recht, wie man nach dieser ersten Inaugenscheinnahme weiß:


Die Ausstellung dauert bis zum 4.12.2016. Alle Infos (auch zu Spezialpaketen und -angeboten) auf der Homepage des Lokschuppen Rosenheim.

Ein Grabstein aus der Wikingerzeit.
Ein Grabstein aus der Wikingerzeit.
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