Bayerische Metall- und Elektroindustrie hofft auf neue Höchstmarke bei Ausbildung

In der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie wurden 2015 knapp 14.700 neue Ausbildungsverträge geschlossen. Das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Jahr wird eine neue Höchstmarke erreicht, erläuterte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bei einem Pressegespräch in München. Dennoch: Die Unternehmen blicken mit Unsicherheit in die Zukunft. Grund: Die wirtschaftliche Lage.

Bertram Brossardt (vbw/bayme) mit einem gemischten Ausblick auf die Ausbildungszahlen 2016. Trotz vieler Flüchtlinge, die hochmotiviert eine Ausbildung zum Elektro-Metaller beginnen wollen, kann die Nachfrage nach Lehrlingen nicht befriedigt werden.
Bertram Brossardt (vbw/bayme) mit einem gemischten Ausblick auf die Ausbildungszahlen 2016. Trotz vieler Flüchtlinge, die hochmotiviert eine Ausbildung zum Elektro-Metaller beginnen wollen, kann die Nachfrage nach Lehrlingen nicht befriedigt werden.

Die aktuelle Situation fasste Brossardt zusammen:


In Bayern ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 0,3 Prozent gestiegen, das sind über 92.000. Demgegenüber stehen knapp 82.00 Bewerber, so dass theoretisch jeder ausbildungswillige und -fähige Jugendliche mehr als einen Ausbildungsplatz zur Verfügung hätte. Seit dem doppelten Abiturientenjahrgang 2010/11 sinken die Absolventenzahlen regelmäßig. Waren es damals noch 170.000, werden es 2018/19 nur noch 131.210 Absolventen sein. Wie sich der Flüchtlingszuzug auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Euphorie des letzten Jahres ist etwas verflogen, das merkt man Brossardt an. Was man sagen kann: Der Rückgang der Absolventenzahlen flacht ab, ob sich die Ausbildungszahlen signifikant steigern, muss man abwarten.
Durchweg bildet die bayerische Metall- und Elektroindustrie auf sehr hohem Niveau aus. Bertram Brossardt:


Die Gründe für nicht noch mehr abgeschlossene Ausbildungsverträge liegen laut Umfrage in der hohen Unsicherheit der Unternehmen bezüglich der zukünftigen konjunkturellen Lage. Darüber hinaus begründeten fast 45 Prozent der Betriebe, die nicht alle Lehrstellen besetzen konnten, dies mit fehlenden geeigneten Bewerbern. Zurückgegangen ist die Zahl der unbefristeten Übernahmen nach der Ausbildung. Während 2014 noch knapp 60 Prozent der Unternehmen ihren Azubis im Anschluss an die Ausbildung einen unbefristeten Arbeitsvertrag anbieten konnten, werden dies 2016 laut der Umfrage nur noch 45 Prozent machen können. Dennoch ist die Übernahmequote in der bayerischen M+E Industrie insgesamt gut. 2015 übernahm knapp die Hälfte der Unternehmen ihre Azubis sofort unbefristet. Insgesamt wurden 96 Prozent nach der Ausbildung entweder sofort unbefristet oder befristet übernommen. „Das ist ein deutliches Signal, dass M+E Betriebe dem Erfolg vertrauen und ihre selbst ausgebildeten Fachkräfte langfristig an das Unternehmen binden wollen“, betont Brossardt. Wer eine Ausbildung in der M+E Branche beginnt, hat neben besten Übernahme- und Karrierechancen auch bereits während der Ausbildung ein gutes Einkommen. „Die Azubi-Gehälter liegen bei uns auf einem Spitzen-Niveau. Im Durchschnitt verdient ein Auszubildender über die gesamte Ausbildungszeit rund 1.015 Euro im Monat“, so Brossardt. Das ist natürlich auch mit Kosten für die Arbeitgeber verbunden:


Knappe elf Prozent besetzen heute bereits Praktikumsplätze mit Flüchtlingen und Asylbewerbern. Letztes Jahr waren das erst gut sieben Prozent.


Die bayerische Metall- und Elektroindustrie wird in den kommenden Jahren auch verstärkt auf die digitale Fortbildung setzen und sich dort mit Projekten engagieren. Als Beispiel nannte Brossradt die Unterstützung des ‚Medienführerschein Bayern für Berufliche Schulen‘, um diese Kompetenzen zu fördern.

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