Wie mit Hoaxes und Falschmeldungen umgehen?

Es gibt sie nicht erst seit dem Internet: Falschmeldungen, englisch auch oft als Hoaxes bezeichnet. Wer je beruflich mit Nachrichten zu tun hatte, weiß, wie schwer und mühselig es sein kann, eine Nachricht zu verifizieren, also herauszuarbeiten, dass diese wahr ist. Ob Meldungen zum Tode von Popstars, Rennfahrern, zu vermeintlichen Straftaten von Flüchtlingen – in Zeiten von Facebook, Twitter und Co. kennt jeder Falschmeldungen, die einen auf Schritt und Tritt erreichen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Journalistenakademie nahmen dieses Phänomen zum Anlass, beim Mediengespräch mit Journalisten darüber zu sprechen.

Dr. Gabriele Hooffacker, Karolin Schwarz (@hoaxmap), Roland Hindl und Christoph Giesen diskutierten über Falschmeldungen im Netz.
Dr. Gabriele Hooffacker, Karolin Schwarz (@hoaxmap), Roland Hindl und Christoph Giesen diskutierten über Falschmeldungen im Netz.

Der Hoax, die Falschmeldung, die einen foppen soll, ist die mildeste Variante und uns allen bekannt. Aber: Nicht erst, seit Flüchtlinge vermehrt zu uns ins Land kommen, haben diese teilweise ein dramatisches Ausmaß angenommen. Dr. Gabriele Hooffacker:


Karolin Schwarz betreibt seit gut drei Monaten das Portal hoaxmap.org. Dort visualisiert sie zusammen mit einem Freund Falschmeldungen über Straftaten, die von Flüchtlingen begangen worden sein sollen und versucht, diese zu korrigieren:


Ein Problem sieht die Social-Media-Redakteurin auch darin, dass aufgrund von Bezahlschranken oder Depublizierungsvorschriften viele Meldungen gar nicht mehr für jeden Netznutzer auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen sind. Schwarz sprach auch davon, dass es füe eine gewisse Zwit ein publizistischer Trend gewesen sei, dass alle Redaktionen sich mühten, solche Falschmeldungen aufzuklären. Beim Portal hoaxmap.org war die Resonanz gewaltig:


Roland Hindl ist Social-Media-Manager bei BR24 und immer wieder mit Falschmeldungen konfrontiert, die an ihn und die Redaktion herangetragen werden:


Für ihn und seine Kollegen ist es zusätzliche Arbeit, diesen Meldungen nachzugehen und sie auf Wahrheitsgehalt abzuklopfen:


Bringt es was?


Nicht nur Onlinemedien, auch Tageszeitungen sind nicht erst seit gestern von Falschmeldungen betroffen. Christoph Giesen war zuletzt in der SZ an der Veröffentlichung der Panama-Papers beteiligt. Er sprach sich dafür aus, die Distanz zum Leser zu überwinden und ihn auch als Partner ernst zunehmen:


Auch Karolin Schwarz sieht Medienschaffende in der Pflicht, Leser und Nutzer dort abzuholen, wo sie sind, sie auf allen Kanälen zu begleiten und für Aufklärung zu sorgen:


So „unsexy“ diese Arbeit auch ist, so sieht das auch Roland Hindl. Medienkompetenz, Zeit und Geld sind nötig. Es geht nämlich auch immer um die Glaubwürdigkeit des Journalisten und des Journalismus:


Für den Nutzer ist manche Falschmeldung nicht so leicht zu enttarnen. Das machte die Diskussion mit dem Publikum klar. Dazu kommen die, die den etablierten Medien nicht glauben wollen, weil es nicht in ihr Weltbild passt. Und die, die aus unterschiedlichsten Gründen, die wenigsten davon ehrenhaft, gezielt weiter Falschmeldungen publizieren.

Neben hoaxmap.org kann sich der Nutzer auch schnell bei mimikama.at oder bei hoax-info informieren.

Die Kollegen von BR puls sind der Frage nach Fakes ebenfalls nachgegangen.

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