„Wir müssen reden“ – Wie BR-Journalisten ihr Publikum erleben

Wie ist es um die Glaubwürdigkeit der Medien bestellt? Der Bayerische Rundfunk hat dazu eine bundesweite Studie in Auftrag gegeben.  Drei Viertel der Befragten halten demnach das öffentlich-rechtliche Fernsehen und die Tageszeitungen nach wie vor für glaubwürdig, zwei Drittel vertrauen dem öffentlich-rechtlichen Radio.  Die etablierten Medien sind nach wie vor Hauptanlaufstelle der Deutschen für die täglichen Informationen zum aktuellen Geschehen. Glaubwürdigkeit und Verständlichkeit sind ihre wichtigsten Qualitätsmerkmale. Und: Journalisten und ihre Arbeit werden hoch geschätzt.
Mit dem Verhältnis von Medien und Publikum befasste sich eine Tagung des Katholischen Frauenbundes im BR.

Zum 25-jährigen Jubiläum von B5 aktuell untersuchte der BR, wie es um die Glaubwürdigkeit der Medien steht. Bild: BR/Julia Müller.
Zum 25-jährigen Jubiläum von B5 aktuell untersuchte der BR, wie es um die Glaubwürdigkeit der Medien steht. Bild: BR/Julia Müller.

Mit Sorge betrachten die Kolleginnen und Kollegen jedoch, dass zu viele Mediennutzer glauben, die Berichterstattung würde gelenkt oder missliebige Meinungen ausgeblendet. Clemens Finzer, der die Ausbildung der Volontäre beim BR leitet, merkt eine Veränderung durch Soziale Medien, einer generellen Einflussnahme sieht er den BR jedoch nicht ausgesetzt:


Max Stocker von B5 aktuell sieht, dass Konsumenten oft von Medien etwas verlangen, das diese nicht liefern können: Lösungen. Die seien nun mal nicht Aufgabe der Berichterstattung:


Dass Stocker manchmal mehr Zeit zum Berichten, lange Dranbleiben, Beobachten haben möchte, ist das eine. Dennoch: Zu sehr im Rudel der berichterstattenden und von Ereignis zu Ereignis hetzenden Reporter sieht er seine Leute nicht:


Die Studie, die der BR in Auftrag gab, ist wichtig, sagt Andreas Bönte. Er ist Leiter des Programmbereichs Planung beim BR Fernsehen. Denn anders als bei Zuschauerreaktionen bekommen die Programmmacher viel genauer mit, wie das Programm ankommt. Eine Mail schreibt, so Bönte, halt eher der, der sich aufregt:


Gleichzeitig ist die Feldforschung wichtig, um herauszufinden, wie sich der Sender in Zukunft aufstellen muss:


Ein weiterer gewichtiger Bereich sind die Sozialen Medien. Rund 1,5 Millionen Menschen nutzen diese Kommunikationsmöglichkeit mit dem BR. Auch die Unternehmenskommunikation des Hauses ist dort vertreten. Sascha Hübner sieht en Austausch mit dem Zuschauer/Hörer positiv:


Social Media (wie Twitter, Fcebook oder Google+) sei vor allem geeignet, Diskussionen zu beobachten und Vorwürfen entgegenzutreten. Geredet über den BR würde immer, so Hübner, aber man könne seine Sicht der Dinge besser vermitteln:


Clemens Finzer sieht den BR ethisch gut aufgestellt, weiß, dass das Haus von seiner Reputation lebt und sagt auch ganz klar, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender genauso wenig Fehler wie zum Beispiel eine Kirche erlauben dürfe:


Die Vorträge und Diskussionen mit dem Frauenbund im BR haben Tradition. „Wir müssen reden“ lautete das Motto der Tagung. Sie war ein Schritt zu mehr Dialog, mehr Verständnis auf beiden Seiten und – von Erkenntnissen durchzogen, die im Alltagsgeschäft gerne untergehen und bei einer breiteren Öffentlichkeit so oft nicht ankommen.

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