Betrifft: WDR Hörfunk – und was planlos schiefgehen kann

Die Nachrichten des WDR stehen in der Kritik. Sie werden offensichtlich gut eine Minute vor der vollen Stunde aufgezeichnet und per Time-Shift ins laufende Programm eingespielt. Also nicht mehr um „Punkt“, sondern halt, wie es in den Musik- und Promoablaufplan des Programms reinpasst. Fair Radio berichtet darüber.

Man kann trefflich drüber streiten, ob solche Nachrichten noch live sind. Ich sage: Nein. Hier wird dem Hörer etwas für live verkauft, was nicht live ist. Nun wissen alle, die jemals nachrichten fürs Radio geschrieben und vorgetragen haben, dass irgendwann ein Punkt erreicht ist, an dem man abgrenzen muss, wenn man pünktlich auf Sendung gehen will. Was aber ein normales Geschäftsgebaren ist, meine ich. Jedenfalls werden die Nachrichten dann live präsentiert und wenn etwas mit der Kategorie +++ EIL +++ passiert, ist es immer das Geschick der Handelnden, ob es noch live in die Nachrichten reinkommt. (Bei aktuellen Info-Wellen, die unter anderen Vorgaben arbeiten, lasse ich den Aspekt hier außen vor.)

Aber:
Was heute passierte, an einem unverdächtigem Samstag, lässt mich rätselnd zurück.
Ort des Geschehens: WDR 3.
Um 13.04 Uhr soll „persönlich mit Götz Alsmann“ beginnen. Vorher also die Nachrichten. Mein Webstream startet pünktlich um 13.03 Uhr, eine gewisse Latenz bei der Ausspielung ins Web gegenüber Internet ist normal, das kreide ich nicht an. Aber hören Sie selbst, was beim Übergang von Nachrichten/Wetter zum Sendebeginn passiert:


Das Wetter wurde einfach abgeschnitten, die Sendung wohl pünktlich begonnen. Das ist, korrespondierend zu den Vorhaltungen der Kollegen von fair radio, wohl ein Fehler, der aus dem Timeshift und den daraus resultierenden Unwägbarkeiten passiert. Automatischer Sendestart der nachfolgenden (eher aufgezeichneten?) Sendung?

Um 14.45 Uhr soll heute Persönlich mit Götz Alsmann enden – zugunsten einer Sendung zum jüdischen Wochenfest. Gehe ich konform, sollte auch gemäß Rundfunkstaatsvertrag und Vereinbarungen mit den Religionsgemeinschaften gesendet werden. Und dann passiert das hier:


Der Übergang hat wohl sowas von gar nicht geklappt.
a) Kam nicht das passende Indikativ und
b) nach einer peinlichen Pause (hier in voller Länge wiedergegeben!)
Klaviermusik. Vielleicht eine Art Notband?

Irgendwann wurde dann von Klaviermusik auf Jüdisches Leben umgeschaltet:


Hier ist wohl vieles schiefgegangen.
Ich frage mich: Warum? Sind die Mitarbeiter des WDR mit der neuen Sendestruktur aufgrund der Nachrichten überfordert? Sind die Kollegen vom WDR unmotiviert (das will ich keinem unterstellen!). Wie können solche Pannen passieren?

Dass wir uns klar verstehen: Wo live gesendet wird, passieren Pannen. Das gehört zum Geschäft. Das ist live, das ist Radio, da brennt was. Aber diese Häufung in einer Sendung?

Ich bin ratlos.

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