Charlotte Knobloch erhält den Eugen-Biser-Preis

Bundestagspräsident Lammert ist Laudator

Die Eugen-Biser-Stiftung zeichnet in diesem Jahr Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, mit dem Eugen-Biser-Preis aus. Sie ist die erste jüdische Preisträgerin dieser Auszeichnung, welche nach dem katholischen Theologen, Religions­philosophen und Priester, Eugen Biser (1918- 2014), benannt ist. Charlotte Knobloch war langjährige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses. Dort ist sie derzeit Beauftragte für das Holocaust-Gedenken.

Mit dem Eugen-Biser-Preis werden herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen und akademischen Lebens geehrt, die sich in ihrem Wirken um jene Werte nachhaltig verdient gemacht haben, für die Eugen Biser in seiner Theologie eingetreten ist: für die Freiheit des Individuums, den Respekt der Menschenwürde, für das gesellschaftliche Zusammenleben in dialogischer Toleranz und die friedensfördernde Bedeutung der Religionen in der Gegenwart. In der Preisbegründung des Stiftungsrates der Eugen-Biser-Stiftung heißt es: „Charlotte Knobloch gestaltete eine zukunftsorientierte Erneuerung jüdischen Lebens im Deutschland der Nachkriegszeit bis heute. Dies tat sie in einer Weise, in der sich das Judentum auch über die engen Grenzen der Religionsgemeinschaft hinaus zu einer positiv fördernden Kraft für das Zusammenleben aller in unserem Land lebenden Menschen entwickelte, für Glaubende verschiedener Bekenntnisse genauso wie für Nicht-Glaubende. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit zog sie die Lehre, dass ein Einsatz für die demokratischen Werte im eigenen Land nur dann nachhaltig sein kann, wenn damit eine Stärkung des gemeinsamen Hauses Europa einhergeht, denn gerade die Europäische Einheit gewinnt ihre Identität aus dem Respekt vor der Pluralität ihrer Mitglieder. Es gehört zu den Überzeugungen von Charlotte Knobloch, dass wir nur auf der Grundlage eines gemeinsamen demokratisch-pluralen Wertekonsenses in Deutschland und Europa die Konflikte mit fundamentalistischen und extremistischen Kräften bewältigen können, die uns im globalen Maßstab, aber besorgniserregend auch im eigenen Land bedrohen.“

Der Preis wird Charlotte Knobloch von der Eugen-Biser-Stiftung am 12. September 2016 in der Allerheiligen Hofkirche in München im Rahmen eines Festaktes überreicht. Es sprechen der Laudator Bundespräsident Lammert, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sowie die Professoren Armina Omerika und Richard Heinzmann.

(PM der Eugen-Biser-Stiftung)

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