Brexit und Türkei belasten bayerische Wirtschaft

Auf der halbjährlichen Pressekonferenz in München hat Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie die Kennzahlen für das erste Halbjahr 2016 vorgelegt und einen vorsichtigen Ausblick auf das zweite Halbjahr gewagt:

 

Bertram Brossardt stellte die Halbjahresbilanzzahlen vor
Bertram Brossardt stellte die Halbjahresbilanzzahlen vor

Die bayerische Metall- und Elektro-Industrie befindet sich aktuell in einer guten wirtschaftlichen Lage, auch die Erwartungen für das Inlandsgeschäft haben sich verbessert. Getrübt wird dies aber durch die hohe Unsicherheit im Ausland. Trotz der aktuellen Risiken rechnen bayme/vbw in den kommenden Monaten mit einer weiteren Belebung und prognostizieren für den Jahresschnitt 2016 ein Produktionswachstum von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Brossardt befürchtet allerdings für das zweite Halbjahr eine Delle:


Der Blick auf einzelne Branchen zeigt: Positives Urteil bei der Automobil- und Zulieferindustrie. Große Zufriedenheit auch in der IT-Branche. Diese beiden erwarten auch für das zweite Halbjahr gute Ergebnisse, der sonstige Fahrzeugbau, der Automotive-Bereich und die Hersteller von Metallerzeugnissen haben eher negative Erwartungssalden. Die Ertragslage der Unternehmen konsolidiert sich im ersten Halbjahr bei einer Nettoumsatzrendite von gut vier Prozent:

 

So will die Metall- und Elektroindustrie in Bayern investieren.
So investierte die Metall- und Elektroindustrie in Bayern bislang. Quelle: vbm/bayme

Die bayerischen M+E Firmen wollen weiter Personal aufbauen. Im ersten Halbjahr 2016 wurden in der bayerischen M+E Industrie bereits 9.000 neue Jobs geschaffen, für das zweite Halbjahr rechnet Brossardt mit weiteren 12.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Bis zum Jahresende prognostiziert die bayme 830.000 M+E Beschäftigte im Freistaat:


Die IT wird mit 5,6 Prozent Stellenwachstum zu Buche schlagen, das sind die Digitalisierungsstrategien der Unternehmen. „Der größte Teil der offenen Stellen entfällt nach wie vor auf Ingenieure, aber jede zehnte Stelle ist bereits mit Informatikern beziehungsweise IT-Fachkräften zu besetzen. In diesem Bereich gibt es die größten Probleme bei der Besetzung: Bei 53 Prozent der entsprechenden Stellen gibt es Schwierigkeiten, einen geeigneten Kandidaten zu finden, 39 Prozent können gar nicht besetzt werden. Die Digitalisierung ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine Fachkräfteherausforderung“, konstatiert der Hauptgeschäftsführer.

Struktur-Exporte-nach-Tuerkei
Die Struktur der Exporte von Bayern in die Türkei. Folie: bayme/vbm

Größere Probleme bereitet den Betrieben die Lage in der Türkei und die Situation nach dem Votum für den Brexit. Die Türkei ist ein wichtiger Handelspartner für Bayern:

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Die Struktur bayerischer Exporte nach Großbritannien. Folie: bayme/vbm

Brossardt erwartet, dass sich die Wirtschaft im Vereinigten Königreich bereits in diesem Jahr abschwächt. Die Folgen des angestrebten Brexit sieht er düster, fordert aber gleichzeitig, die Chance zu nutzen, grundlegende Reformen der EU anzugehen:


Mögliche Terroranschläge in Deutschland bewertete Bertram Brossardt weniger konjunkturbelastend. Dies sei vor allem der guten Sicherheitslage geschuldet.

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