Glück auf! Das Bergwerksmuseum Penzberg

Im ersten Teil zu den Penzberger Museen bin ich schon der Frage nachgegangen, was Zeche und Kunst in Oberbayern miteinander zu tun haben. Sie haben viele Berührungspunkte. Zumindest in Penzberg. 1966 schloss dort die Zeche. Schon bald beschlossen die ehemaligen Bergarbeiter, einen Knappenverein zu gründen. Aus Erinnerungsstücken und der Leidenschaft der Knappen für ihren Beruf entstand ein Museum, das sich mittlerweile in Trägerschaft der Stadt Penzberg befindet.

Die Einfahrt in den „Stollen“.
Die Einfahrt in den „Stollen“.

Untergebracht ist das Bergwerksmuseum im Keller der Realschule Penzberg, erläutert Diana Oesterle, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stadt Penzberg, beim Ortstermin:

 

Monika Müller-Rieger und Diana Oesterle erklärten das Museumskonzept.
Monika Müller-Rieger und Diana Oesterle erklärten das Museumskonzept.

Nachdem die Stadt das Museum vom Knappenverein übernommen hatte, ging es erst mal ans sortieren, aufräumen und entrümpeln, wie Diana Oesterle und Monika Müller-Rieger lachend berichten. Den Knappen war das gar nicht recht, aber schliesslich konnten sie die Herren überzeugen, dass weniger mehr sei.

Das Handwerkszeug des Bergmannes nannte dieser Gezähe. Neben der Ausstellung gibt es Würfel, mittels derer man das Gezähe identifizieren kann.
Das Handwerkszeug des Bergmannes nannte dieser Gezähe. Neben der Ausstellung gibt es Würfel, mittels derer man das Gezähe identifizieren kann.

Eine innovative Beleuchtung wie im Stadtmuseum tut ein übriges, um die Ausstellung geräumig wirken zu lassen. Monika Müller-Rieger:

Der Moment 5 vor 12

Als die Knappen noch das Museum betrieben, war es ein dunkler Ort, an den die Schulkinder nicht gern hingingen, erzählt Oesterle. Mittlerweile kommen die Schülerinnen und Schüler gerne. Der Besuch im Bergwerksmuseum ist Pflichtprogramm, auch in den umliegenden Schulen.

 

Die Ausstellung ist geräumig aufgestellt.
Die Ausstellung ist geräumig aufgestellt.

Von grösstem Interesse sind für die Kinder Stirnlampenführungen, da merkt man gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Durch ein Riesenübersichtsfoto mit Leuchtdioden zur Gebäudeerkennung kann der Besucher erahnen, wie groß das Bergwerk Penzberg war. Und auch sonst geht das Museum vorbildlich neue Wege der Vermittlung und Werbung:


Ein weiteres Highlight, das man im Keller nicht so vermuten würde, sind die begehbaren Modellstollen. Hier wird auch eine Sprengung simuliert. Und weil Krach nur schön ist, wenn man ihn selber macht, kann man an einer echten Glocke von damals die Signale für den Aufzug ausprobieren:

 

Im Museum gibt es auch begehbare Modellstollen.
Im Museum gibt es auch begehbare Modellstollen.

Fazit: Museen haben immer zu wenig Platz. Die Reduktion und ‚Entrümpelung‘ haben das Bergwerksmuseum Penzberg gewinnen lassen. Dazu kommt ein überzeugendes museumspädagogisches Konzept, das alle Alterschichten anspricht.

Zur Website des Bergwerksmuseums Penzberg mit Öffnungszeiten, Preisen und Ansprechpartnern.

Hier können Sie sich über das Museum Penzberg informieren.

 

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3 thoughts on “Glück auf! Das Bergwerksmuseum Penzberg

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