Glentleiten: Barrierefrei – wir sind dabei!

Das Freilichtmuseum Glentleiten hat das Signet „Bayern barrierefrei“ bekommen. 2013 hatte Ministerpräsident Seehofer in seiner Regierungserklärung das Ziel ausgegeben, dass bis zum Ende der Legislatur Bayern barrierefrei sein solle. Ein Jahr später wurde es auf 2023 gelegt wurde. Ein Ziel, von dem heute im Museum Glentleiten alle übereinstimmend sagten, dass es schwer zu erreichen sei. Aber: Man mache sich auf den Weg und das Signet gebe Mut.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer, behindertenbeauftragte Irmgard Badura und Glentleiten-Chefin Dr. Monika Kania-Schütz freuen sich über das Signet „Bayern barrierefrei“
Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Behindertenbeauftragte Irmgard Badura und Glentleiten-Chefin Dr. Monika Kania-Schütz freuen sich über das Signet „Bayern barrierefrei“

Hörstationen sind an der Glentleiten schon ein Quasi-Standard. Jetzt kommen als nächstes eine Auszeichnung aller Objekte für Sehbehinderte Menschen. Tafeln mit unterschiedlichen Werkstoffen erklären die Lage der Objekte, die Braille-Zeile informiert dazu. Für Bezirkstagspräsident Josef Mederer steht fest, dass das Signet und die damit verbundenen menschlichen und finanziellen Anstrengungen keine Last seien, sondern Überzeugung. Menschen mit Handicaps kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe:


Auch, wenn man nun am Anfang stehe, sei allen Beteiligten klar, dass aufgrund der schwierigen Lage das Museum auf der Glentleiten nie zu 100 Prozent barrierefrei werden würde. Wichtig sei, so Bezirkstagspräsident Mederer, dass man begonnen habe und den Prozess der Barrierefreiheit vorantreibe:

 

Das Wagnerhäusl, originalgetreu wieder aufgebaut throhnt es auf unebener Landschaft über dem Oberland
Das Wagnerhäusl, originalgetreu wieder aufgebaut thront es auf unebener Landschaft über dem Oberland

Nach Ansicht von Direktorin Monika Kania-Schütz, würde ein Einebnen der Glentleiten diese verfälschen, das Alpenland sei nun einmal keine ebene Fläche. Die Häuser gehörten wie die Natur zum Ausstellungsbetrieb. Der Bezirk Oberbayern unterstütze sein Museum aber, dass der Betrieb so zugänglich wie möglich werde:


Schon jetzt lasse man aber alle Erfahrungen, die man beim Umbau des Wagnerhäusl gemacht habe und mache, in die Konzeption neuer Gebäude einfließen. Das Wagnerhäusl sei ein guter Anfang, links gebe es den Wohnbereich, in der Mitte die Werkstatt und rechts einen Bereich zum Basteln, der auch von Kindern genutzt werden könne. Und alles sei so ausgestaltet, dass vor allem auch sehbehinderte Menschen in die Ausstellung abtauchen könnten.

Ein ertastbares Modell des Wagnerhäusl erklärt sehbehinderten Menschen, was sie gleich betreten können.
Ein ertastbares Modell des Wagnerhäusl erklärt sehbehinderten Menschen, was sie gleich betreten können.

Probe aufs Exempel – Irmgard Badura, die Behindertenbeauftragte der Staatsregierung versucht sich anhand eines abtastbaren Modells ein Bild vom Wagnerhäusl zu machen:


Imgard Badura konnte sich orientieren und sparte nicht an Lob für das Museum auf der Glentleiten. Der Weg sei das Ziel:


Christina Biburger ist Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle von Irmgard Badura. Sie sitzt im Rollstuhl, würde den Weg zum Wagnerhäusl ohne fremde Hilfe nicht schaffen. Aber auch sie ist angetan vom Bemühen des Museums:

 

Blick in die Wohnstube. Auch hier sind auf dem Tisch Platten mit Brailleschrift angebracht, die gehandicapten Besuchern erklären, um was es geht. Nicht im Bild: Hörstationen lassen jeden Raum in seinem zeitgenössischen Kontext zu Leben auferstehen.
Blick in die Wohnstube. Auch hier sind auf dem Tisch Platten mit Brailleschrift angebracht, die gehandicapten Besuchern erklären, um was es geht. Nicht im Bild: Hörstationen lassen jeden Raum in seinem zeitgenössischen Kontext zu Leben auferstehen.

Schon jetzt, sagt Monika Kania-Schütz, werden alle Umbauten von Menschen mit Behinderung begleitet. Und auf jeden Fall will das Museum versuchen, den Weg vom Eintrittsgebäude zum Wagnerhäusl so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Wunschziel: Ohne fremde Begleitung soll der Mensch mit Handicap selbständig den Weg erfahren können:


Die thematisch nächste Erweiterung wird übrigens mit einem besonderen Stoff zu tun haben. Da das Museum an der Glentleiten auch für das nördliche Oberbayern zuständig ist, wird es eine Schaubrauerei und Hopfenanpflanzungen geben. Denn die Leitkultur des nördlichen Oberbayerns sei nun einmal der Hopfen, versichert Monika Kania-Schütz:


Das Museum an der Glentleiten ist von Josefi bis Martini geöffnet, hier geht es zur Website.

Mit unterschiedlichen Materialen werden die Räume auf der Tasttafel markiert. Dadurhc bekommen Sehbehinderte einen Überblick, wo sie sich befinden.
Mit unterschiedlichen Materialen werden die Räume auf der Tasttafel markiert. Dadurch bekommen Sehbehinderte einen Überblick, wo sie sich befinden.
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