Schnee – Ferne: Eine Ausstellung von Gletschern, die verschwinden

Der Klimawandel ist kein neues Phänomen und am sichtbarsten ist er im Hochgebirge. Gerade der Zugspitzgletscher verliert pro Jahr rund 35 Millionen Liter Wasser. Feinstes Süßwasser, wie Experten betonen. Hatte der Gletscher im 19. Jahrhundert noch eine Ausdehung von 350 Hektar und bedeckte das ganze Zugspitzplatt, kommen heute immer mehr Felsen zum Vorschein. Im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt will eine Ausstellung für die Veränderungen sensibilisieren.

Beeindruckende Fotografien von Ludwig Ries zeugen davon, wie sich die Landschaft des Schneeferners seit Jahren verändert hat.
Beeindruckende Fotografien von Ludwig Ries zeugen davon, wie sich die Landschaft des Schneeferners seit Jahren verändert hat.

Gerade Gletscher fungieren als eine Art Fieberthermometer, was die Klimaerwärmung angeht. Beim nördlichen Schneeferner-Gletscher drückt sich das darin aus, dass er jedes Jahr einen Meter dünner wird. Die Zeit, bis das kein Gletscher mehr vorhanden ist, scheint berechenbar, wenn verhandelte Klimaziele weiterhin nicht eingehalten werden. Diesen Umstand will die Ausstellung ‚Schnee – Ferne‘ ins Bewusstsein rücken. Die Mitte des Foyers beherrschen drei Kästen mit Gletscherprofilen. Die Bildhauerin Betty Beier hat Gipsabdrücke des Schneeferner genommen und in Acryl und biologischen Kunststoff gegossen:

 

Einer der Kästen mit einem naturgetreuen Acrylabdruck der Gletscher auf dem Schneeferne – samt aller menschlichen Hinterlassenschaften, die sich dort finden
Einer der Kästen mit einem naturgetreuen Acrylabdruck der Gletscher auf dem Schneeferne – samt aller menschlichen Hinterlassenschaften, die sich dort finden

Umgeben sind diese Kästen von Stellwänden mit Fotografien von Ludwig Ries. Er ist Geoökologe und seit 1998 am Schneeferner oben. Zu allen Tageszeiten konnte er die Gletscher, die Landschaft und ihre Veränderungen fotografieren. Eine einzigartige Dokumentation:


Wie bei vielem in der Natur gilt auch für die Gletscher: Was einmal weg ist, kommt nicht wieder, ein Gletscher wächst nicht nach. Ludwig Ries:

 

Ludwig Ries und Betty Beier bei der Eröffnung der Ausstellung ‚Schnee – Ferner‘
Ludwig Ries und Betty Beier bei der Eröffnung der Ausstellung ‚Schnee – Ferne‘

Die Ausstellung ist noch bis 25. September im Umweltministerium am Rosenkavalierplatz zu sehen, danach geht sie nach Berlin ins Bundesumweltministerium. Für Staatsministerin Ulrike Scharf ist es nicht nur wichtig, über den Klimawandel zu reden, sondern ihn begreifbar und erlebbar zu machen:

 

Staatsministerin Ulrike Scharf eröffnete ‚Schnee –Ferner‘ und betonte, dass es wichtig sei, die Klimaveränderung auch begreifbar zu machen
Staatsministerin Ulrike Scharf eröffnete ‚Schnee –Ferne‘ und betonte, dass es wichtig sei, die Klimaveränderung auch begreifbar zu machen

Notabene: Die Fotografien von Ludwig Ries sind fast alle ausschliesslich noch analog entstanden. Alleine das ist ein Grund, sich die wunderbaren Abzüge anzusehen, die wirklich brillieren.
Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen. Weitere Informationen auf der Webseite des Ministeriums.

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