Ich möchte mal ’nen tollen Konzertsaal bauen

Der Architekt Stephan Braunfels fühlt sich benachteiligt, weil er nicht zum Konzertsaal-Wettbewerb der Architekten zugelassen wurde. „Es ist die Spitze eines Einsbergs“, sagt der Architekt in einem Hintergrundgespräch – Braunfels wirft dem Freistaat Bayern vor, konsequent benachteiligt oder ausgeladen zu werden. Seit der Pinakothek habe er keinen Auftrag mehr aus München bekommen. Dabei wolle er doch nur einmal einen Konzertsaal bauen.

Professor Stephan Braunfels will gegen den Freistaat Bayern klagen. Er sieht sich bei der Ausschreibung zum Konzertsaal-Wettbewerb übergangen.
Professor Stephan Braunfels will gegen den Freistaat Bayern klagen. Er sieht sich bei der Ausschreibung zum Konzertsaal-Wettbewerb übergangen.

Im Interview erklärt Stephan Braunfels, warum er sich benachteiligt fühlt:


Ein wenig trauert er dem Standort Marstall hinterher – der sei immer noch der bessere Standort – auch verkehrspolitisch. Klare Absage an den Standort Werksviertel:


Das Argument, dass der Ostbahnhof vom Umland leichter zu erreichen ist als jeder Punkt in der Innenstadt, lässt Braunfels dabei nicht gelten. Noch besser sei natürlich die Residenzpost gewesen: Direkt an den Achsen von U- und S-Bahn gelegen – und so ein Konzertsaal gehöre in die Mitte der Stadt und nicht in eine Randlage. Selbst Paris zeige, dass ein Konzertsaal in Randlage nicht funktioniere. Es sei eine Einbildung, dass der Stadtrand dadurch aufgewertet würde. Profiteur sei allein der Pfanni-Gelände-Eigentümer Werner Eckart:


Stephan Braunfels sieht sich nicht als Klage- oder Prozesshansl, gut bayerisch ausgedrückt. Er betont nochmals seinen Anspruch, am Wettbewerb teilnehmen zu dürfen. Seit der Pinakothek habe er keinen nennenswerten Auftrag mehr aus öffentlicher Hand in München bekommen:


Einen Verzug des Verfahrens oder dass der Baubeginn für den Konzertsaal im Werksviertel in Verzug gerät, sieht Braunfels nicht, das hätten Klagen in der Vergangenheit schon gezeigt, dass man auch nach Abschluss des Wettbewerbs nochmals neu ausschreiben könne. Und der Konzertsaal am Marstall sei schon ein Verhinderungsprojekt von Toni Schmid aus dem Kultusministerium, wettert Braunfels. Ganz zu schweigen davon, dass der damalige Kultusminister Hans Zehetmair Mariss Jansons in die Hand versprochen habe, dass es diesen Standort geben solle. Und deswegen der Dirigent dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zugesagt habe:


Stephan Braunfels denkt, dass er gute Chancen auf dem Klageweg hat. Es soll festgestellt werden, dass seine Gebäude, die er als Referenz benannt habe, zu wenig bepunktet wurden.

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