In Wasserburg hat Bernd Joa seine Sammlung von Objekten aus Wasserburg aus den letzten 500 Jahren offiziell in den Räumen am Brucktor vorgestellt.

Wasserburg aus fünf Jahrhunderten

Wasserburg am Inn ist um eine Attraktion reicher. Am Sonntag eröffnete im ehemaligen Spital am Brucktor die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“. Bernd Joa trug seit Mitte der 60er Jahre Stück um Stück zusammen. Angefangen hatte seine Leidenschaft während des Studiums in München. So sind fast 2000 Exponate zusammengekommen, die alle eins gemeinsam haben: Einst verstreut in alle Welt sind sie jetzt wieder daheim.

Blick vom Dempfeck Richtung Stadtpafarrkirche. Eine Federzeichng von Hans Heyer aus dem Zyklus „Altstadtwinkel“
Blick vom Dempfeck Richtung Stadtpfarrkirche. Eine Federzeichnung von Hans Heyer aus dem Zyklus „Altstadtwinkel“

Gemälde, Aquarelle, Gefäße aus Wasserburger Zinn, Tabaksdosen, Wasserburger Keramik (teils bis in die jüngste Vergangenheit), Modeln für Süßigkeiten, was Joa ergattern konnte, wurde sein und ziert jetzt die Räume des ehemaligen Ersten Imaginären Museums Sammlung Günther Dietz. Dieses hatte vor einiger Zeit geschlossen. Bernd Joa über die Anfänge seiner Sammelleidenschaft:

 

In Wasserburg hat Bernd Joa seine Sammlung von Objekten aus Wasserburg aus den letzten 500 Jahren offiziell in den Räumen am Brucktor vorgestellt. Darunter auch Modeln für Süßigkeiten.
In Wasserburg hat Bernd Joa seine Sammlung von Objekten aus Wasserburg aus den letzten 500 Jahren offiziell in den Räumen am Brucktor vorgestellt. Darunter auch Modeln für Süßigkeiten.

Das Zusammentragen der Objekte ist heute einfacher als früher, so Bernd Joa. Die Auktionshäuser sind alle vernetzt und in einem System abrufbar, dazu kommen verschiedene Auktionsplattformen im Internet, in denen der pensionierte Pfarrer fündig wird. Wieviel Geld er in die Sammlung gesteckt hat, weiß er nicht, er „habe es nicht aufgeschrieben“. Jüngstes Stück ist eine über zwei Meter hohe Standuhr:

 

Diese Standuhr fand er in Lüttich, sie wurde in der Innstadt gebaut.
Diese Standuhr fand er in Lüttich, sie wurde in der Innstadt gebaut.

Alle Objekte kann aber der Pfarrer auch nicht erwerben. Bei manchen Preisen muss er passen:


Nicht alle Objekte sind sakraler Natur. Das könnte man ja bei einem Pfarrer vermuten, aber es finden sich auch achteckige Schraubkannen wie sehr viele Zeichnungen der „Geliebten des Inn“ in der Sammlung am Brucktor. Kunst habe ihn immer interessiert, so Joa. Eine Anekdote weiß er auch, nämlich die zur Uhr. Da musste er sich etwas einfallen lassen, die von Lüttich nach Wasserburg zu transportieren:


Und für dieses Problem fand der Geistliche eine Lösung. Alles ging rechtens zu. Dabei lächelt er fast ein wenig wie Don Camillo – und schweigt sich vor dem Mikrofon aus.

Ofenmodeln
Ofenkacheln. In Wasserburg wurde bis in die jüngste Zeit viel Gebrauchskeramik hergestellt.

Mit einer beliebten „Schwärmerei“ räumt Pfarrer Joa auch auf: Einst hat Mozart in der Innstadt genächtigt. Im Sternbräu. Bei Frabertsham war ein Kutschrad gebrochen. Aber in Wasserburg oder in der Welt verstreut findet sich nicht mal mehr eine Orgelpfeife, die Mozart nachweislich bei seinem Abstecher in die Innstadt gespielt hätte.
Bleibt die Frage nach den Öffnungszeiten. Die enstehen grade, so Bernd Joa:


Am zweiten, dritten und vierten Adventssonntag wird es jeweils um 15 Uhr Führungen geben. Die Marktsonntage 2017 sind in Wasserburg: Mittfastenmarkt 26. März, Georgimarkt 23. April, Bennomarkt 18. Juni, Michaelimarkt 24. September, Kathreinsmarkt 26. November. Die Gästeinformation in Wasserburg am Inn sorgt gerne für weitere Informationen.

Auch achteckige Schraubkannen, die in Wasserburg in Verwendung waren, hat Bernd Joa ersteigert
Auch achteckige Schraubkannen, die in Wasserburg in Verwendung waren, hat Bernd Joa ersteigert

Ein Tipp für die Anreise: Mit dem Filzenexpress (Grafing – Wasserburg) ist die Anreise zum MVV-Tarif möglich (Gesamtraum). Für den Stadtbus werden pro Richtung und Fahrgast 1,50 Euro fällig, Es gibt Zehnfahrtenkarten um 10 Euro, die auch übertragbar sind (Stand: November 2016).

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