Ritter, Bauern, Lutheraner – Landesausstellung 2017 in Coburg

Die Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ findet 2017 in der Veste Coburg statt. Damit sind Originalschauplätze, an denen Luther eine Zeit seines Lebens verbrachte, zu besichtigen. Das Haus der Bayerischen Geschichte gab im Presseclub einen ersten Einblick. Dazu wurde Bilanz der diesjährigen Ausstellung gezogen:

Das Titelbild der Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“, die 2017 in der Veste Coburg stattfinden wird.
Das Titelbild der Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“, die 2017 in der Veste Coburg stattfinden wird.

Bilanz und Zwischenbilanz

„Mit der Landesausstellung ist es wie im Fußball: nach der Landesausstellung ist vor der Landesausstellung“, scherzte Direktor Richard Loibl und zog erst mal eine äußerst positive Bilanz von „Bier in Bayern“ in Aldersbach.


230.000 Besucher insgesamt, 60.000 alleine für das Begleitprogramm, dazu ein ausgereiftes Angebot für Kinder, obwohl man da doch meinen könne, dass das Thema nichts für Kinder sei. Die iPad-Führung zum Beispiel sei gut angekommen.
Ein weiterer Blick auf die im Oktober eröffnete Ausstellung zu Karl IV. in Nürnberg:

Ritter, Bauern, Lutheraner

Nun aber zu den wichtigsten Punkten der Landesausstellung 2017. Dr. Peter Wolf gab einen ausführlichen Überblick. Die Ausstellung gliedert sich in 6 Teilbereiche auf der Veste Coburg. Dabei werden Entwicklungen aufgezeigt, die zur Zeit Luthers führten oder vorherrschten. Nach dem Augsburger Religionsfrieden wird die Geschichte aber nicht weitererzählt. Das habe keinen Sinn, so Wolf, man müsse einfach Teilbereiche aufzeigen. Die Nachvollziehbarkeit gehe vor Vollständigkeit. Der Zeitrahmen bleibt aber chronologisch bis zum Augsburger Religionsfrieden, danach beleuchtet die Ausstellung einzelne Auswirkungen:

Die Veste Coburg (Bild: Haus der Bayerischen Geschichte)
Die Veste Coburg (Bild: Haus der Bayerischen Geschichte)

Ritter, Tod und Teufel

Dann geht es um die großen Themen der Zeit, die im Saal der Veste Coburg beleuchtet werden:


Der Tod und der Löwe werden frei nachgebaut, und wenn es gelingt, das Uhrwerk zu rekonstruieren, wird der Tod jedem Besucher die Stunde schlagen, so Peter Wolf weiter.

Peter Wolf und Direktor Richard Loibl mit Rückblick und Ausblick auf die Landesausstellungen
Peter Wolf und Direktor Richard Loibl mit Rückblick und Ausblick auf die Landesausstellungen

Keine Lutherausstellung

Es soll keine Lutherausstellung in der Veste Coburg, aber um die Wirkung Luthers wird es dennoch gehen. Die Zentralen sind die Konzentration auf die Bibel, die göttlichen Gnade und auf die Schrift. Und auch die Schriften Martin Luthers werden hinterfragt, auch gerade nach ihrer politischen Wirkung:

Herzstück und Medienrevolution

Luther lebte für ein halbes Jahr auf der Veste Coburg. Dr. Peter Wolf bezeichnete die Lutherstuben, die in der Veste und der Ausstellung zu besichtigen sind, als das emotionale Herzstück:

Das Lutherzimmer auf der veste Coburg. Hier lebte der Reformator ein halbes Jahr, um vor der Reichsacht geschützt zu sein. (Bild: Haus der Bayerischen Geschichte)
Das Lutherzimmer auf der Veste Coburg. Hier lebte der Reformator ein halbes Jahr, um vor der Reichsacht geschützt zu sein. (Bild: Haus der Bayerischen Geschichte)

Evangelisch oder katholisch?

Was hieß es zur Zeit der Reformation eigentlich, einer Konfession anzugehören? Was mussten die Gläubigen beachten, welche Regeln stellten geistliche und weltliche Führer auf? Zur nächsten Abteilung der Ausstellung wird es zwei Eingänge geben. Einen für Katholiken und einen für Protestanten.


Wie Peter Wolf betonte, sind die Auswirkungen der Reformation bis in die Theologenausbildung zu spüren. Auch die katholische Kirche sei nach der Revolution eine andere geworden. Neben dem Klassiker Lutherbett wird es auch Informationen zur Hexenverfolgung geben. Und dann wartet die Landesausstellung in Coburg noch mit einer Besonderheit auf: Sie verlängert sich von der Veste in die Moriz-Kirche:


Unter den Emporen wird es Hörinseln geben, in denen Musik – nicht nur Kirchenmusik – zu hören sein wird. Und dieser Teil der Ausstellung, auch das ist eine Art Revolution, wird bei freiem Eintritt zu besichtigen sein. Denn die Kirche soll auch als Kommunikationspunkt dienen.

Bayerische Landesausstellung 2017 „Ritter, Bauern, Lutheraner“
Veste Coburg und Kirche St. Moriz
9. Mai bis 5. November 2017, täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene 12,00 €
Ermäßigt (z. B. Senioren, Studenten, Gruppen ab 15 Personen) 10,00 €
Familienkarte 24,00 €
Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren 2 €

Führungen für Gruppen
Bis 15 Personen 60,00 € zzgl. Eintritt
Ab 15 Personen 4,00 € pro Person zzgl. erm. Eintritt

Die Veste Coburg wird vom Linienbus wie auch einem Sightseeing-Shuttle angefahren.

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