Refugees – Eine Herausforderung für Europa

„Mein Anliegen war es herauszufinden, wie geht es weiter nach der Ankunft der Flüchtenden in Griechenland, Italien oder Deutschland. Wenn die Schlaglichter von dramatischen Situationen des Ankommens erloschen sind und das alltägliche Leben beginnt.“ Das sagt Herlinde Koelbl, die im Literaturhaus eine Ausstellung mit Fotos von Flüchtlingen und ihren Orten gestaltet hat.

Blick in die Ausstellung im Literaturhaus mit Titelbild an der Rückwand. Es zeigt einen Flüchtling, eingehüllt in eine Überlebensfolie

Herlinde Koelbl ist dem Münchner keine Unbekannte: 2015 erhielt sie den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt. Koelbl widmet sich dem wohl drängendsten Problem unserer Zeit: Wie sieht das Leben von Flüchtlingen nach deren Ankunft aus? Zu sehen sind neben zahlreichen Bildern auch ein Film und zwei interaktive Informationsgrafiken. Tanja Graf, der Leiterin des Literaturhauses, fiel die Entscheidung für die Ausstellung leicht:


Karolina Kühn hat für das Literaturhaus die Ausstellung koordiniert:


Oft werden im Literaturhaus Audioguides mit Texten der Künstler von einem Schauspieler vorgetragen. Auch hier unterscheidet sich „Refugees“ von anderen:


Und noch etwas fällt auf: wo sonst Kunstlicht die Inszenierung der Schauobjekte übernimmt und den Eintritt in eine Fantasiewelt ermöglicht, fällt Tageslicht in das Literaturhaus. Es ist mehr als eine eigenwillige Spielerei, sagt Kühn:

 

Abertausende Westen liegen am Strand von Lesbos. Jede steht für ein Menschenleben, das das Mittelmeer lebend überquerte. Aber: Jeder dieser Menschen hat den Schleusern auch 2 bis 6.000 Euro gezahlt.

Die Besuche Herlinde Koelbls bei den Flüchtlingen folgen einerseits der Leitlinie, dass sie schauen will, was passiert, was ist los, wenn der Fokus des tagesaktuellen Geschehens weg ist. Die Fotografien sind mehr als Momentaufnahmen, so Koelbl:

 

Herlinde Koelbl bei der Einführung in ihre Ausstellung. Im Hintergrund ein von ihr gemachtes Foto von der mazedonischen Grenze

Herlinde Koelbl hat in Italien, Griechenland, Deutschland fotografiert. Ob im Lageso, im ICC oder auf Lesbos oder Idomeni:


Die Ausstellung „Refugees – Eine Herausforderung für Europa“ ist vom 17. März bis 7. Mai 2017 im Literaturhaus zu sehen. Nur für diese Ausstellung gibt es auch einen Film, den Herlinde Koelbl im letzten Jahr selber produziert hat.
Die Ausstellung ist Montag bis Mittwoch und freitags von 11 bis 19 Uhr, Donnerstags bis 21.30 Uhr und an Sams- und Sonntagen wie Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt 5 Euro (ermäßigt 3,-), montags zahlen Studierende und Schüler nur 2 Euro. Das Begleitheft zur Ausstellung kostet 4,50 Euro. Alle Begleitveranstaltungen auf der Webseite des Literaturhauses München.

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München
U-Bahn 3/4/5/6 bis Odeonsplatz

Ein Flüchtling, eingehüllt in eine Rettungsfolie
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