Pharao – Leben im alten Ägypten

Die monumentalen Tempel, die Pyramiden, die Grabanlagen, aber auch Tontafeln mit Hieroglyphen, Statuen und andere Funde sind stumme Zeugen der längst untergegangenen Kultur der alten Ägypter. In diesem Jahr können Besucher des Lokschuppen Rosenheims in diese Welt reinschnuppern. Eine große Erlebnisausstellung mit Rahmenprogramm für Kind, Familie und Senioren ermöglicht einen Einblick.

Eine Schauwand gibt einen Überblick über die verschiedenen ägyptischen Reiche und ihre Herrscher

Was die Ausstellung im Lokschuppen von den vielen anderen Ausstellungen zu Ägypten unterscheidet, ist laut Kurator Christian Tietze, dass die Ausstellungsstücke nicht um ihrerselbst Willen dastehen. Sie sollen das Leben in der alten Kultur am Nil erklären:

Ober-, Mittel-, Unterschicht

Die Ägypter nur als Sklavenhalter zu bezeichnen, geht an der Wirklichkeit vorbei. Die Gesellschaft war vielschichtig, es gab eine Ober-, eine Mittel- und eine Unterschicht. Und jede trug auf ihre Weise zum Bestehen des Staatsgebildes bei. Das, was unser Ägyptenbild prägt, ist vor allem die Leistung der Mittelschicht, sagt Tietze:


Insofern rückt die Rosenheimer Schau durchaus das eine oder andere wieder zurecht. Die zahlreichen Modellbauten weisen darauf hin, dass die gesellschaftliche Struktur anders als bisher meist gedacht war.

Der Sarg des Ta-chenu (Herr Nacht) – ein 4000 Jahre altes „Buch“ für Ägyptenforscher

Sarkophag und Mumie

Was besonders erwähnenswert ist: Es  werden nicht nur einfach Ausstellungsstücke gezeigt, sondern neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf informative und unterhaltsame Art vermittelt. Klassisch, mit Artefakten, wie multimedial, mit Audioguide und Hörstationen. Auch heuer gibt es wieder besondere Exponate: Der Kastensarg und die Mumie der Ta-cheru kommen aus dem Universitätsmuseum Aberdeen. Direktor Neil Curtis:

Multimedia nicht nur für Kinder – der Alltag eines Handwerkers wird erklärt

Im Lokschuppen gibt es auch eine Multimediaschau – speziell für Kinder. Man kann sich auf Sitzsäcken niederlassen und miterleben, wie der Tag eines ägyptischen Handwerkers aussah:

Museumspädagogik für Jung und Alt

Mumifizierte Katze

Überhaupt legt der Lokschuppen wieder viel Wert auf ein Begleitprogramm, das Kinder, Familie und Senioren anspricht. Das schönste außerschulische Klassenzimmer wird der Lokschuppen von manchen genannt. Peter Miesbeck mit einem Überblick über die Museumspädagogik:

Modell einer Tempelanlage

Führungen gibt es natürlich auch – zu festen Zeiten, aber auch nach individueller Buchung. Auch hier legt der Lokschuppen viel Wert auf Genauigkeit und anschauliche Vermittlung. So hört sich das zum Beispiel an:


In den 29 Jahren seines Bestehens hat der Lokschuppen 44 Landes- und Sonderausstellungen organisiert. Rund 4,2 Millionen Besucher kamen. Peter Lutz betont die Kontinuität in der Ausstellungsgestaltung:

Der Außenbereich ist ansprechend mit Obelisk, See und Palmen gestaltet worden

Rund 2,5 Millionen Euro hat die Veranstaltungs- Kongress GmbH Rosenheim investiert, rund 2,1 Millionen sollen durch Eintrittsgelder wieder hereinkommen. Peter Lutz rechnet mit über 200.000 Besuchern. Die Wikinger im letzten Jahr schafften die Marke deutlich, das Mittel der letzten fünf Jahre lässt ebenfalls darauf hoffen. Zum ersten Mal ist die Ausstellung so konzipiert worden, dass sie anschließend auch in anderen Ländern gezeigt werden kann.

Pharao ist bis zum 17. Dezember 2017 im Lokschuppen Rosenheim zu sehen. Montag bis Freitag ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet, an Sams-, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Eintrittspreise (Kinder 7,25, Erwachsene 14,50 Euro) mit allen möglichen Vergünstigungen, Preis für Audioguides und Führungen auf der Website des Lokschuppen Rosenheim. Die Anreise mit dem Zug ist zu empfehlen, der Lokschuppen ist in Laufnähe (ca. 10 bis 15 Minuten).

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