GLÜCK AUF – Der Bergbau und das Weiße Gold

Das Knauf-Museum Iphofen zeigt bis in den Oktober die Sonderausstellung „GLÜCK AUF – Der Bergbau und das Weiße Gold“ mit Objekten aus der Porzellansammlung der Achim und Beate Middelschulte-Stiftung Bochum. Es handelt sich dabei um die weltweit umfangreichste Sammlung von künstlerisch gestaltetem Porzellan aus dem 18. Jahrhundert, die sich thematisch dem Wirtschaftszweig Bergbau widmet.

Innovativer Zeitstrahl: Auf dem Boden des Museums kann man die Geschichte der Porzellanfertigung nachverfolgen

Angefangen hat die Geschichte des Porzellans in Sachsen, erzählt Achim Middelschulte, der die Sammlung zusammengetragen hat:

Das „weiße Gold“ und die deutschen Manufakturen

Bald begannen auch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg mit seiner Manufaktur Fürstenberg und die Habsburger mit ihrer Wiener Manufaktur entsprechende bergmännische Figuren herzustellen, die den Meißener Vorbildern an Originalität und Qualität nicht nachstanden. Aus diesen Manufakturen stammen die meisten der ausgestellten Objekte. Das Königreich Preußen, Fürstbistum Würzburg und einzelne thüringische Manufakturen, schufen nur Einzelstücke.

Auf Porzellantellern werden die Ränge der Bergleute erklärt – mitten auf der Tafel (nächstes Bild) eine große Porzellangruppe auf einem Einsatz

Das Schmücken der Tafel oblag den Bäckern. Für die war das Porzellan eine große Erleichterung. Denn sie mussten nicht mehr Backwerk zur Verzierung anfertigen, das oft von Mäusen aufgefressen wurde. Opulent war nicht nur der Tischschmuck, so Middelschulte:

 

Eine Esstafel wurde durch die Porzellangruppe geschmückt. Dazu wurde ein Einsatz in die Mitte der Tafel gehoben. Wohl vom Entfernen der Gruppe nach dem Dessert stammt der Ausdruck, dass eine Tafel aufgehoben wird.

Bergmann, Personalvorstand, Kunstsammler

Achim Middelschulte hatte eine Karriere als Bergmann hinter sich, schied als Bergassessor aus, war dann Personalvorstand der Eon-Ruhrgas AG. Aber die Verbundenheit zu seinem alten Beruf blieb. Ein Beruf, der in der Familie über mehrere Generationen ausgeübt wurde. Der Großvater war Bergassessor, der Vater war Bergassessor, der Großonkel im Bergbau, Middelschulte schaffte es bis zum bayerischen Bergassessor. Einer der letzten, bevor der Titel abgeschafft wurde. Die Sammelleidenschaft hat sich vererbt:

 

Achim Middelschulte, ehemaliger Bergassessor, trug die Ausstellungsstücke in einer Stiftung zusammen

In Bochum ist das weltweit bedeutendste Bergwerksmuseum. Nach Schließung der letzten Zeche ist es das Gedächtnis des Ruhrgebietes. Hier wird im nächsten Jahr die Sammlung von Achim Middelschulte wieder ihren Platz finden, wenn das Deutsche Bergwerksmuseum renoviert wiedereröffnet. In der Sammlung Middelschulte gibt es neben den Figuren auch Kannen, Services, Teller, Tassen, Dosen zu sehen– alle mit Bergmannsbezug.

Aus der Würzburger erz- und bischöflichen Porzellanmanufaktur stammt diese Spielleutegruppe

Das Knauf-Museum

Im Jahre 1973 begann der Gips-Fabrikant und Kunstmäzen Dr. Alfons N. Knauf mit dem Umbau eines prächtigen Iphofener Barockbaus von 1688 zu einem privaten Museum. Alfons Knauf, den die Erforschung der Materie Gips zeitlebens faszinierte, bereiste gemeinsam mit seinem Bruder Karl Knauf zehn Jahre lang die bedeutendsten Museen der Welt. 1983 eröffnete das Knauf-Museum. Die Dauerausstellung umfasst eine Reliefsammlung der großen Kulturepochen. Leiter Markus Mergenthaler:

 

Markus Mergenthaler, Leiter des Knauf-Museums Iphofen, das jährlich zwei Sonderausstellungen organisiert

Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Stockwerke, die mittels Lift auch mobilitätseingeschränkten Personen zugänglich sind. Zur Führung gibt es einen Audioguide, Hörstationen im ersten Stock, der einem Bergwerksstollen nachempfunden ist, runden den Besuch im Museum ab.

Knauf-Museum Iphofen
Am Marktplatz
97343 Iphofen
knauf-museum@knauf.de

Öffnungszeiten ab 26. März 2017
Di-Sa 10-17 Uhr, So 11-17 Uhr
An den Feiertagen: 14. April (Karfreitag), 10-17 Uhr, 15. April (Karsamstag), 10-17 Uhr, 26. April (Ostersonntag), 11-17 Uhr, 18. April (Ostermontag), 11–17 Uhr, 1. Mai (Montag), 11-17 Uhr, 25. Mai (Himmelfahrt), 10-17 Uhr, 5. Juni (Pfingstmontag), 11-17 Uhr.
Eintrittspreise: Erwachsene 4 Euro, Kinder 2 Euro, Gruppe ab 20 Pers. 3 Euro pro Person, Schulklassen 1 Euro pro Schüler, Hörführer: 1 Euro
Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen. Dieser ist an der Museumskasse erhältlich.

Weitere Fotos bei nuus.de.

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Zwei Bergleute bei der Arbeit. Diese Miniatur kann von mehreren Seiten aus betrachtet werden. Sie dreht sich in der Vitrine, um den Anblick zu vereinfachen
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