„Es gibt nur wenige Menschen, die kollektiv im Gedächtnis bleiben“

Der Landtag gedachte des ersten Todestages von Max Mannheimer mit einer Lesung, verbunden mit persönlichen Erinnerungen an den Shoah-Überlebenden und Mahner wider totalitäre und nazistische Regimes. Karl Freller, der Landtagsabgeordnete, Bildungs-Staatssekretär a.D. und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, brachte es auf den Punkt:
„Es gibt nur wenige Menschen, die kollektiv im Gedächtnis bleiben.“

Claudia Stamm las aus dem späten Tagebuch von Max Mannheimer, eine Video-Erinnerung wurde eingespielt. Barbara Stamm, die Landtagspräsidentin, fand mahnende und einladende Worte:

 

 

Landtagspräsidentin Barbara Stamm neben einem Foto von Max Mannheimer, das Stefan Hanke aufgenommen hat

Natascha Kohnen, SPD, verdeutlichte, dass die Kraft Mannheimers ungewöhnlich war, mit der er mahnte. Sie stellte ihn damit auch in eine Reihe mit den Sozialdemokraten, die gegen das Ermächtigungsgesetz stimmten. Sie rief dazu auf, dass Demokraten auch heute Störer gegen Nationalsozialisten und ihre heutigen Statthalter sein müssten:

 

Stefan Hanke neben seinem Portrait Mannheimers

Stefan Hanke hat ein Buch mit Fotografien und Texten von und über KZ-Häftlinge des Dritten Reiches gemacht: KZ überlebt. Er erinnerte daran, was Max Mannheimer 2011 in dieses Buch als Geleitwort schrieb. Dieses Vorwort ist auch ein beredtes Zeugnis des Nachkriegsdeutschlands, seiner Erinnerungskultur und des Umgangs mit Überlebenden. Hanke hat Menschen zwischen 70 und 105 Lebensjahren interviewt und porträtiert. Besonders beeindruckend: Die erste Begegnung mit Max Mannheimer:

 

Ohne meinen Bruder hätte ich sowieso nicht überlebt

Claudia Stamm mit Passagen aus Max Mannheimers spätem Tagebuch, eingespielt eine Rede Max Mannheimers, die Karl Freller auf seinem Mobiltelefon aufnahm:

 

Im Rahmen der Feierstunde wurde auch eine Klasse des Gymnasiums Grafing ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler haben mit zu den Letzten gehört, die Max Mannheimer noch erlebt haben. Unter diesem Eindruck entstand bei den Schülern der Gedanke, eine Ausstellung zu machen. Sie räumten ein Klassenzimmer leer, stricken die Wände neu und gestalteten mit Aufstellern, Texten und Bildern den Raum neu.
Karl Freller hob die Bedeutung dieses Umstandes und Mannheimers pädagogisches Wirken hervor:

 

Was neben dem Mahner und Erinnerer Max Mannheimer bleiben wird, ist dessen Malerei. Schwester Elija Boßler aus dem Karmel Dachau, die oft mit Max Mannheimer zu tun hatte, verwaltet dessen Erbe und hat einen Bildband herausgebracht: „Max Mannheimer – The Marriage Of Colours“.

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