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Glaubwürdig durch die Krisen – die Tutzinger Radiotage #tura16

Das Radio scheint ein Solitär zu sein – unbeschadet jeglichen Medienwandels ist es akzeptiert. Sei es als ‚ideales Begleitmedium‘, als fast überall verfügbare und konsumierbare Nachrichtenquelle oder Unterhaltungsmedium. Aber: Nicht zuletzt in den letzten Monaten, seit das Gerede von der Lügenpresse die Runde macht, fragen sich Hörer wie auch Macher, wie es denn um die Glaubwürdigkeit des Mediums steht. Färbt das Misstrauen der Hörer, das diese Zeitungen und Fernsehen entgegenbringen, auf das Medium Radio ab? Wie sehen die Radiomacher ihre Glaubwürdigkeit? Genügend Stoff für eine Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung und der Akademie für politische Bildung in Tutzing.Weiterlesen »

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Zum Tode von Gabriele Goderbauer-Marchner

Gabriele Goderbauer-Marchner ist tot. Die Professorin, deren Profession und Leidenschaft neben Politik der Journalismus war, wurde nur 56 Jahre alt. Ich habe Frau Goderbauer-Marchner immer wieder auf Veranstaltungen erlebt, habe sie zu ihrem Journalismus-Vademecum (erschienen bei UVK) interviewt und ging fachlich oft mit ihr konsens, politisch wohl meist weniger. Sei’s drum.

Gabriele Goderbauer-Marchner im Sommer 2013
Gabriele Goderbauer-Marchner im Sommer 2013

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Tweets, Blogs … und dann? – #apbdigital

Wie sieht der Journalismus des 21. Jahrhunderts aus? Wie wirkt die Digitalisierung in den Berufsstand hinein, wie verändert Digitalisierung die Arbeitsweisen? Was müssen Journalisten heute können? Am besten alles: Print-, Audio- und Videoformat. Dazu bearbeitet er mehrere Themen gleichzeitig. Die Reaktionen des Publikums auf verschiedenen medialen Kanälen hat er idealerweise im Blick. Dabei soll er tiefer bohren als die Konkurrenten, schneller und öffentlichkeitswirksamer sein.Weiterlesen »

Warum Audio-Slideshows?

Das Startbild der Slideshow zum Konzertsaal München
Das Startbild der Slideshow zum Konzertsaal München

Wer dieses Blog regelmäßig liest oder meine Publikationen verfolgt, wird feststellen, dass ich seit gut zwei Jahren wieder vermehrt auf Audio-Slideshows setze.

Wieder vermehrt?
Meine erste Slide habe ich 2011 gemacht. Es ging um Bier und es war einer dieser später legendär zu nennenden Online-Kurse an der Journalistenakademie in München. 2012 machte ich zwei, eine vom CSU-Netzkongress, eine aus dem Lokschuppen Rosenheim. Eigentlich, wenn man so will, dankbare Themen. Aber die Erfahrung: Mit nur ein paar Fotos kannst Du nicht punkten. Erst Ende 2013 sollte ich mich wieder daran erinnern, dass eine Slide eine gute Darstellungsform ist.

Das Web braucht Bild

Uwe Pagels im Studio von Bayern2.
Uwe Pagels im Studio von Bayern2.

Während die ARD-Anstalten vermehrt auf Trimedialität setzen und die privaten Radiosender die Homepage für Bild, Text und vielleicht einen gebauten Beitrag einsetzen, glaube ich, dass die Mischform aus Video und Audiobeitrag ideal für das Web ist. Internet und Medien werden zunehmend mobil konsumiert. Die Crux hier: Es gibt keine echten Flatrates und das Volumen von ein bis drei GB ist schnell aufgebraucht. Ein Audiobeitrag von vier Minuten Länge und vier MB Größe mag zwar interessant sein, zieht aber gerade wenig jüngere Leute ins Netz. Bei entsprechend langen Formaten wie einer halb- oder gar ganzstündigen Reportage muss man entsprechend großen Aufwand mit Soundcollagen, Hintergrundgeräuschen und Atmosphären treiben, um den Hörer nicht zu ermüden. Ein drei bis vier Minuten langes Video verschlingt (in HD) locker auch schon mal 500 MB*. Flash als Alternative wird allmählich aussterben, auf Apples Telefonen bekommt man Flashvideos wohl eher nur selten zum Laufen.

Bilder stützen den Ton

Ein Münchner Hausbrauer befüllt eine Bierflasche. (Ganzes Video auf Klick)
Ein Münchner Hausbrauer befüllt eine Bierflasche. (Ganzes Video auf Klick)

Ich selbst bin passionierter Radiohörer. Mir macht es nichts aus, einen Samstagmorgen am Stück recht konzentriert 4 Stunden Radio zu hören. Viele (auch ich nicht immer, bevor sie noch erschrecken) haben diese Zeit nicht, grade auch nicht in der Woche, auf dem Weg zu Terminen. Sich da etwas anhören, das länger als die berühmten 1:30 ist, ist oftmals schon eine geistige Herausforderung.
Bilder machen Lust, sich auch mal auf etwas einzulassen, das doch über eine Nachrichtenminute in Filmform hinausgeht. Vorteil: Ich kann eine Slideshow von 5 oder 6 Minuten Länge auf unter 20 MB Größe bringen – eine Datenmenge, die der eine oder andere doch mobil konsumieren mag. Und eine Datei dieser Größe ist durchaus noch ansehbar.

Fazit

Radiomacher haben ein Aufnahmegerät dabei und schneiden viele Sachen mit. Für die Atmo kann man also gut sorgen. Ein Mobile hat auch fast jeder – es braucht bei der Qualität fast keine Spiegelreflexkamera mehr – ich empfehle sie dennoch, weil meistens schneller und präziser, grade wenn es um komplexere Bewegungsabläufe geht, die man vielleicht auch mal im Bild festhalten will. Ansonsten steht eine Audio-Slide der großen Schwester Video in fast nichts nach. Mit dem richtigen Format läuft sie auf nahezu jedem Gerät und kann mit Atmosphäre und guten Bildern ein Video überflüssig machen. Eine gute Slideshow wird die Radioreportage nie überflüssig machen, kann aber das willkommene Element sein, das zwischen Hörfunkreportage und Filmbeitrag eine Lücke schliesst.

Mein Tipp: Das Aufnahmegerät ruhig mitlaufen lassen, auch wenn man knipst. Wie in dieser Slide zu hören ist, kann man der Rhythmik auch etwas abgewinnen.

*Die Videobotschaft von Mariss Jansons zur Konzertsaaldiskussion dauerte 3 Minuten und umfasste in HD 500 MB

Im Fernsehen sagt ein Blinder, wer sein Lieblingsmaler ist.*

Die Eilmeldungen überschlagen sich in diesen Tagen.
Am Freitagabend wusste lange niemand nichts Genaues.
In den Sozialen Medien kursierten Vermutungen, Halbgares, Halbwahrheiten und Falschmeldungen.
Journalisten beginnen mit der Recherche.
Ein Fußballspiel, das ein Zeichen dafür sein sollte, dass sich „der Westen” nicht unterkriegen lässt, wird abgesagt.
Nachvollziehbar, selbst, wenn sich herausstellen sollte, dass Erkenntnisse über mögliche Attentatsversuche auf Falschmeldungen beruht haben sollten: Die Sicherheit geht vor.

 
Fakten müssen von Unsinn getrennt werden, die Anspruchshaltung gerade an öffentlich-rechtliche Sender ist absurd. Sportreporter sollen auf einmal die politische Berichterstattung übernehmen. Das ist ungefähr so, als wenn jemand, der sich mit Lebensmitteln auskennt, unvorbereitet aus dem Verfassungsausschuss berichten muss.

Was ich Kritikern sagen möchte:

 

 

 

*Entnommen dem Song Finderlohn von Heinz Rudolf Kunze.